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Arzneimittel zur Verdauungsfoerderung
Arzneipflanze des Jahres

Tausendsassa Kümmel

Am Kümmel scheiden sich die Geister: des einen liebstes Gewürz kann der andere weder auf Brot noch in Kohlgerichten ausstehen. Egal ob Hochgenuss oder Abneigung: die positive Wirkung des Kümmels auf den Magen-Darm-Trakt ist unbestritten und so überrascht es nicht, dass der Tausendsassa in diesem Jahr zur Arzneipflanze des Jahres gekürt wurde.

Schon seit 1990 erwählt der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg jährlich eine Pflanze zur Arzneipflanze des Jahres. In diesem Jahr fiel die Wahl des Studienkreises auf den Kümmel, der schon seit jeher für seine verdauungsfördernden und krampflösenden Eigenschaften bekannt ist. Als eines der ältesten Gewürze ist Kümmel zudem beliebte Zutat von Brot oder Kohlgerichten und nebenbei fördert er ganz natürlich die Verträglichkeit dieser Speisen.

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Allgemeines zum Kümmel

Der Kümmel ist eine sommergrüne Pflanze mit einer Wuchshöhe von 30 bis 80 cm. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli und in den folgenden beiden Monaten reifen die Samen der Pflanze, die bekannten Kümmelsamen. Wild wachsender Kümmel ist häufig an Wegrändern und auf Wiesen in hügeligen bis alpinen Regionen zu finden. Der Kümmel ist bereits seit 3000 v. Chr. Bekannt und wird schon seit jeher als Küchen- und Heilpflanze eingesetzt.

Küchenpflanze Kümmel

Dass die Samen des Kümmels essbar sind, ist weithin bekannt. Außer diesem vergleichsweise kleinen Teil der Pflanze lassen sich jedoch auch die Blätter und die Wurzeln weiterverarbeiten. Der Geschmack der Blätter erinnert an Petersilie oder Dill und lässt sich bestens als Bestandteil von Salaten und Suppen verarbeiten. Die Wurzeln können, ähnlich den Schwarzwurzeln, als Gemüse zubereitet werden. Der Kümmel verleiht zudem verschiedenen Spirituosen, wie dem skandinavischen Aquavit und dem norddeutschen Köm ihren charakteristischen Geschmack.

Heilpflanze Kümmel

Das Haupteinsatzgebiet des offiziell als Arzneipflanze anerkannten Kümmels liegt auf dem Gebiet der Magen-Darm-Störungen. So regt er die Verdauungsdrüsen an, wirkt Blähungen entgegen und besitzt krampflösende Eigenschaften, weshalb er bei der Behandlung von Völlegefühl, Krämpfen im Magen-, Darm- und Gallenbereich sowie nervlich bedingten Herz-Magen-Beschwerden eingesetzt wird. Meist werden die Kümmelsamen als Tee oder ätherisches Öl dargereicht und mit den ätherischen Ölen von Fenchel, Anis oder Koriander kombiniert. Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung wird Kümmel zudem frisch gekaut oder verarbeitet in Zahnpasta oder Mundwasser gegen Mundgeruch eingesetzt. Seine zahlreichen positiven Eigenschaften machen den Kümmel zum idealen Begleiter in der Küche und Hausapotheke.

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    Bild: depositphotos / isavira  Text:  Anna-Lena Kraft