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Avon und Estèe Lauder: Tierversuche wieder nachgewiesen!

Ohne die Kunden zu informieren, haben Avon, Mary Kay und Estée Lauder heimlich und auf Anweisung der chinesischen Regierung wieder mit Tierversuchen angefangen, um ihre Produkte in China auf den Markt zu bringen. Dem Boommarkt weltweit. Die Schweizer Avon-Seite wirbt nach wie vor mit Tierversuchsfreiheit, das deutsche Pendant versucht dies zu rechtfertigen.

Wer auf der Schweizer Avon-Webseite nachschaut liest «Seit 1989 keine Tierversuche mehr!». Das war einmal. Denn wie die Tierschutzorganisation Peta nun aufdeckte, werden die in Europa und den USA verbotenen, archaisch anmutenden und heutzutage unnötigen Tierversuche einfach in China durchgeführt.

Auf der Deutschen Avon-Seite heißt es «Vor über 20 Jahren, am 2. Juni 1989, gab Avon den endgültigen Ausstieg aus allen Tierversuchen für unsere Produkte bekannt, einschließlich der Tests in externen Laboren. Avon war das erste große und bedeutende Kosmetikunternehmen der Welt das Tierversuche beendete.» Doch, klickt man weiter, dann dies: «Außer wenn die gesetzlichen Bestimmungen es zwingend vorschreiben, nutzt Avon keine Tierversuche, nicht bei den Produkten und nicht bei den Rohstoffen. Avon verlangt auch von den Lieferanten keine Tierversuche durchzuführen, weder bei den Produkten noch bei den Rohstoffen. Wenn Versuche mit Tieren durch eine Anordnung der Regierung oder der Gesundheitsbehörden eines Landes gesetzlich vorgeschrieben sind, wird Avon zunächst versuchen die Behörden von einem Test ohne Tierversuche zu überzeugen.»

«Nur 0,3 Prozent der Produkte werden mit Tierversuchen getestet»

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… heißt es weiter als Rechtfertigung auf der Avon-Seite. Grund genug für Peta, Avon, aber auch Estée Lauder und Mary Kay von der gewaltfreien Liste der Kosmetikproduzenten zu streichen. «Avon, Estée Lauder und Mary Kay fallen nun eine ganze Generation zurück: Ihre Produkte werden nun erneut in die Augen von Kaninchen getropft und auf die wunde Haut von Tieren geschmiert», sagt Kathy Guillermo, Vizepräsidentin für Laboruntersuchungen von Peta USA. «Zum Glück müssen die Verbraucher ihnen diesen Rückschritt nicht nachmachen – wir können immer noch die Produkte von über 1000 Firmen kaufen, die auf der Liste mit tierversuchsfreien Unternehmen von PETA USA stehen.»

Gesetzeslücken erlauben die Tierversuche für Kosmetik

Obwohl es bereits viele tausend Schönheits- und Körperpflegeprodukte gibt, forscht die kosmetische Industrie unermüdlich an neuen chemischen Wirkstoffen. «Dabei geht es darum, Modetrends zu folgen oder zu setzen oder den Konsumenten mit vorgeblichen Neuheiten zu locken: Die neuen Sommerfarben der Lidschatten-Kollektion, das Shampoo mit der garantierten Anti-Schuppenformel oder das ultrafeste Haargel lassen die Kassen der Hersteller klingeln. Die Rohstoffe dieser Produkte werden in der Regel im Tierversuch getestet», weiß der Verein Ärzte gegen Tierversuche. Dabei gibt es 1.000 bei Peta gelistete Firmen, die garantiert ohne Tierversuche für Kosmetik auskommen.

Tierversuche gehen weiter: Auch von Steuergeldern mitfinanziert

Ist es nicht die Kosmetik, so ist es die Humanforschung, meist die Gentechnik. Gerade erst will die Bundesregierung Deutschlands größtes Labor genehmigen, dass für 25 Millionen Euro in Berlin entstehen soll, das Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin. Mitfinanziert von Steuergeldern. Es soll dort Platz für über 64.000 Tiere geschaffen werden, an denen Tierversuche durchgeführt werden.

Die Zahl der Tierversuche, nicht nur für Kosmetik, steigt seit den 1990er Jahren kontinuierlich. Die Zahlen werden zwar geheim gehalten, doch laut Berechnung der Ärzte gegen Tierversuche seien es alleine 2010 2,9 Millionen Tiere gewesen. Und nicht nur Mäuse oder Ratten sind die Leidtragenden. In Tübingen beispielsweise wird nach wie vor eine stark in die Kritik gekommene, qualvolle Hirnforschung an Rhesusaffen betrieben, die andere Städte und Bundesländer aufgrund der bezweifelten Wirksamkeit verbiten haben.

Quellen: Ärzte gegen Tierversuche, Peta

Text: Jürgen Rösemeier