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Haare ganz natürlich pflegen
Haare ganz natürlich pflegen

Endlich Schluss mit schnellem Nachfetten, Spliss und Co!

Wer in einem Supermarkt oder einer Drogerie vor dem Regal mit den Haarpflegemitteln steht, kann sich schnell erschlagen fühlen. Die Auswahl an Shampoos, Conditionern, Spülungen, Haarkuren und -ölen ist einfach gigantisch. Knallbunte Verpackungen wechseln sich mit Hüllen ab, die eher in natürlichen Farbtönen gehalten sind und durch den Aufdruck verschiedener Pflanzenteile naturnah erscheinen sollen. Auch optisch sehr hochwertige Produkte sind in immer größerer Zahl zu finden. Doch ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt: Im Grunde steckt in all diesen Produkten immer das Gleiche, ob sie nun als Natur pur, Anti-Aging oder Wunder-Öl gekennzeichnet sind.

Die Versprechen konventioneller Haarprodukte

Die Versprechen der konventionellen Produkte sind bekannt, sie prangen auf jeder Flasche. Glänzende, weiche, genährte, feste, nicht fettende, schuppenfreie und gepflegte Haare soll der Inhalt bringen. Die Kraft „käme von innen heraus“ und auf wundersame Weise würden sowohl der fettige Ansatz als auch die trockenen Spitzen mit einem Produkt kuriert werden.

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Eines ist klar: Mit Haaren lässt sich eine Menge Geld verdienen! Doch wer auf dauerhaften Erfolg hofft, der wird meistens enttäuscht. Die Haare sehen zwar glänzend aus (weil sie von Silikon umhüllt sind), fetten allerdings enorm schnell nach, was an den teilweise aggressiven Inhaltsstoffen liegt.

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Zweifelhafte Inhaltsstoffe

Eines der besten Beispiele ist Sodium Laureth Sulfate, das sich in nahezu allen konventionellen Shampoos (Zahnpastas und Duschgelen) findet. Sodium Laureth Sulfate sind Tenside, welche die Kopfhaut und Haare säubern, dabei aber recht rabiat vorgehen. Ihre Anwendung führt zu einer starken Entfettung. Die Hornschicht quillt auf, sodass mehr Fett entfernt wird, als nötig wäre. Als Antwort fettet die Kopfhaut stärker nach, denn sie versucht, ihren Verlust wieder auszugleichen. Dieses Phänomen ist sicherlich vielen bekannt: Man muss sich die Haare spätestens nach zwei Tagen erneut waschen, auch wenn man keinen übermäßigen Sport getrieben hat oder sonst am Schwitzen war.

Es gibt verschiedene Apps, mit denen man die Inhaltsstoffe von Kosmetik und anderen Produkten überprüfen kann. Oder man greift gleich zu biologischen Produkten, in denen solche Zusätze von vornherein tabu sind. Es kann allerdings eine Weile dauern, bis sich Kopfhaut und Haare wieder normalisieren, nachdem man umgestiegen ist.

Der Umstieg auf natürliche Haarpflege braucht etwas Geduld

Nach dem Wechsel zu natürlicher Kosmetik wird ein Anwender vielleicht etwas enttäuscht sein. Das Haar wirkt nicht mehr so glänzend und auch die Kopfhaut kann beginnen, verschiedene Reaktionen zu zeigen. Dann braucht man nur etwas Geduld! Das Haar glänzt nicht mehr, weil es nicht mehr von einer lichtreflektierenden Schicht aus Kunststoff umhüllt ist, die vielleicht ein hübsches Aussehen erzeugte, jedoch auch dafür sorgte, dass pflegende Inhaltsstoffe das Haar in der Tiefe nicht erreichen konnten. Diese Silikone sind etwa als Amodimethicone auf der Liste der Inhaltsstoffe ausgewiesen. Und die Kopfhaut, von der täglichen Behandlung mit Tensiden irritiert, benötigt etwas Zeit, um sich selbst regenerieren zu können. Sie muss ihre Balance wiederfinden!

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Woher weiß man, was das Haar eigentlich braucht?

Wer nicht sicher ist, welche Pflege für das Haar nun die richtige ist, kann es einem sogenannten Proteintest unterziehen. Dafür wird das Haar nur mit einem Shampoo gewaschen und dann im noch leicht feuchten Zustand untersucht.

  • Wenn es nicht bricht und sich nur leicht dehnt, ist es gut versorgt.
  • Wenn es sich immer weiter dehnen lässt, liegt ein Proteinmangel vor.
  • Wenn es sich spröde anfühlt und schwer kämmen lässt, dann braucht das Haar mehr Feuchtigkeit.
  • Wenn das Haar schnell bricht und nicht elastisch ist, dann hat es zu viel Proteine.

Natürliche Pflege für die Haare und Kopfhaut

Es gibt zahlreiche natürliche Mittel, mit denen man seine Haare nähren kann – man muss nur ausprobieren, was sich am besten eignet.

  • Die Shea Butter ist eine ganz natürlich Wunderwaffe gegen Spliss und trockenes Haar. Eine kleine Menge kann in die Spitzen massiert werden, oder man macht eine Kur über Nacht. Am nächsten Morgen entfernt man die Reste mit einem milden Shampoo.
  • Kokosöl gilt als Allrounder unter den natürlichen Mitteln und tut auch den Haaren gut. Ein wenig Kokosöl wird dafür zwischen den Fingern angewärmt, bis es weich wird, und dann in die Haarspitzen einmassiert. Am besten verwendet man ein Bioprodukt. Kokosfett ist nicht geeignet.
  • Ganz normale Öle aus der Küche sind ebenfalls für Haarkuren geeignet. Ob Leinöl, Olivenöl oder Sonnenblumenöl, jeder muss selbst probieren, welches Öl bei ihm den gewünschten Effekt hat. Denn hier gibt es deutliche Unterschiede, je nach Haarstruktur und den bestimmten Eigenschaften des Öls.

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Wie wäscht man seine Haare „richtig“?

So wäscht man seine Haare richtig

Experten empfehlen, es einmal mit dem sogenannten „Scalpwash“ zu versuchen. Diese Methode unterscheidet sich deutlich von der klassischen Variante, bei der ein großer Klecks Shampoo auf dem gesamten Kopf und in den Haaren verteilt wird.

Der erste große Unterschied ist, dass das Shampoo verdünnt wird. Dafür kommen ein bis zwei Tropfen in einen Messbecher mit rund einem halben Liter warmem Wasser. Der Inhalt wird über den Kopf geschüttet und nur auf den Ansätzen des Haares einmassiert. Die Längen werden ausgespart.

Um den gewünschten Glanz ins Haar zu bekommen, wird mit verdünntem Zitronensaft und Essig oder kaltem Wasser „gerinst“. Das heißt, es wird über den Kopf gegossen und nicht mehr ausgespült. Das glättet das Haar, sodass es das Licht reflektieren kann und schön glänzt – gereinigt wurde nur der Ansatz.

Nach einer Weile der Abstinenz von künstlichen Produkten wird man sein Haare deutlich seltener waschen müssen und überrascht sein, wie schön es mit den richtigen, natürlichen Mitteln aussehen kann. Das ist nicht nur gut für die eigene Gesundheit, sondern auch für die Umwelt. Erstens spart man eine Menge Verpackungsmüll, und zweitens landen weniger schädliche Stoffe im Abwasser.

Quellen: Bilder: Unsplash/Megan Lewis, Gregory Pappas, Text: red

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