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Inga Osberghausen bei der Arbeit. Sie gewährt uns einen Einblick in ihre Arbeit © LuMaRetta
Handgemacht in Köln

LuMaRetta: Upcycling-Taschen aus alten Luftmatratzen

Inga Osberghaus hat ihr Herz an alte Luftmatratzen verloren. Auf Speichern und in Kellern stöbert die Kölnerin die alten Schätzchen, die so gut nach Sommer und Sonne riechen, auf und verpasst ihnen ein neues Leben als Upcycling Taschen und Beutel unter dem Namen LuMaRetta. Wie sie dazu kam, erzählt sie im Interview.

Hallo Inga. Was ist die Geschichte hinter LuMaRetta?

Meine erst Luftmatratzenliebe fand ich auf einem Flohmarkt in Berlin. Mit gefiel die Farbe so gut und ich wusste dass ich da mal was draus machen würde. Zunächst lag mein Schatz ein paar Jahre aus dem Speicher bis meine beste Freundin ein Kind bekam und ich ihr etwas Besonderes schenken wollte. So ist die erste Wickeltasche entstanden. Das war vor knapp sechs Jahren. Die Tasche war ein voller Erfolg und sprach sich rasend schnell herum. Es gab immer mehr Anfragen und ich musste immer häufiger hinter die Nähmaschine. Nach den ersten 15 Bags musste dann auch ein Name her: LuMaRetta – die Luftmatratzenretter.  Mittlerweile bin ich bei mehreren hundert Taschen angelangt.

Die Verarbeitung der Luftmatratzenstoffe ist nicht unkompliziert. Hast du dir das Gestalterische und Handwerkliche selbst beigebracht?

Kunst, Mode, Literatur oder auch Design waren in meiner Familie schon immer große Themen und mein Blick für die schönen Künste wurde recht früh geschult. Später habe ich dann eine Ausbildung zur Bekleidungstechnischen Assistentin gemacht. Ich habe das Handwerk also von der Pike auf gelernt was mit heute hilft nicht nur beim kreativen sondern auch beim Verarbeitungsprozess hilft. Wie gesagt war es ja ursprünglich gar nicht mein Plan, ein Label für Luftmatratzentaschen  aufzuziehen aber dieses Material ist einfach fantastisch und ich werde nicht müde damit zu arbeiten. Trotz allem möchte ich nicht expandieren, nicht von der Kreativität leben müssen. LuMaRetta ist der perfekte Gegenpol zu meiner Job in einer Unternehmensberatung. Ich habe alle Freiräume der Welt, kann machen wovon ich überzeugt bin und muss nicht auf die Zahlen schauen.

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Close-Up: Hochwertige Verarbeitung der upgecycelten Luftmatratzen © LuMaRetta

Close-Up: Hochwertige Verarbeitung der upgecycelten Luftmatratzen © LuMaRetta

Waren Themen wie Nachhaltigkeit oder auch Upcycling für dich von Beginn an wichtig oder stand das pure Design im Vordergrund?

Ich muss gestehen, dass es Anfangs vor allem um das Design und den Coolnessfaktor des Materials ging. Das ist heute anders. Und lustigerweise schließt sich hier der Kreis, denn eben diese Freundin, mit deren erster Tasche alles angefangen hat, hat mich über die Jahre immer wieder tiefer mit dem Thema Nachhaltigkeit konfrontiert und so mein Bewusstsein geprägt. Heute nähe ich nicht nur mit Ökostrom sondern versuche auch möglichst viel zu recyclen.

Wie stöberst du die alten Luftmatratzen auf?

Mundpropaganda, Möbellager oder Flohmärkte. Im Freundeskreis weiß mittlerweile jeder Bescheid und so sammeln alle fleißig für mich mit. Manchmal kommen aber auch einfach Leute vorbei, die von mir gelesen haben und die Idee mögen und einige haben dann eine LaMa unter dem Arm.

Wie viele Taschenmodelle hast du aktuell im Angebot und wo kann man deine LuMaRettas kaufen?

Die Anzahl der Modelle variiert, da ich immer wieder neue Ideen habe die ich umsetze. Derzeit habe ich Wickeltaschen, Tablet Sleeves in zwei verschiedenen Größen, Schlüsselanhänger aus den Seitenteilen der LuMas. Das ist dann das, was ich immer auf Lager habe. Spezielle Wünsche wie etwa Laptop-Taschen oder Werkzeugtaschen für Rollerfahrer fertige ich gerne individuell auf Kundenwunsch an. Grundsätzlich ist mir beim Design immer nur eines wichtig: Es muss einfach sein und funktionieren. Kein Schnickschnack. Das Material steht eindeutig im Vordergrund.

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Geldbeutel in verschiedenen Farben von © LuMaRetta

Geldbeutel in verschiedenen Farben von © LuMaRetta

Was hast du für Kunden?

Ich glaube es gibt ihn gar nicht den speziellen LuMaRetta Kunden. Bei den einen steht der Designaspekt im Vordergrund und die anderen lieben den Upcycling-Gedanken. Ich habe Kunden die eine Tasche aus Nostalgiegründen kaufen weil sie so toll nach Urlaub und Kindheitserinnerungen riecht und Kunden die es einfach und praktisch mögen. Daher versuche ich auch bei der Preisgestaltung darauf zu achten, dass es sich jeder leisten kann. Ich finde dass gutes Design nicht unbedingt eine Preisfrage sein sollte.

Gibt es für potentielle Käufer die Möglichkeit ihre eigene Matratze verarbeiten zu lassen?

Klar, das geht! Ich hatte bereits Kunden, die mir ihre eigene Matratze aus Kindertagen brachten und daraus eine Wickeltasche für ihren Nachwuchs haben wollten. Das Material durchlebt so Generationen. Ein weiterer Aspekt, den ich toll finde!

Mehr Informationen finden Sie auf www.lumaretta.de

Das Interview führte Andreas Grüter für ecowoman.de