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Organische Baumwolle für die Massen? Nicht nur, aber auch! ©JupiterImages

Bio Kleidung weiter im Aufwind

Ob Schuhe, Shirts, Kleider, Pullover, Hosen oder Jacken, ob für Damen, Herren oder Kinder – der Trend zur fair gehandelten und eco-bewussten Bekleidung ist nicht aufzuhalten. Davon zeugen nicht nur die wachsende Anzahl an nachhaltig agierenden Marken die auf den größer werdenden Messen für Öko-Fashion ausstellen, sondern auch die Reaktion seitens der Big Player der Branche, die sich mit speziellen organic Linien an die Trends hängen wollen.

Faire Mode ist mehr als nur ein Trend ©fotolia

Faire Mode ist mehr als nur ein Trend ©fotolia




 

Die nachhaltige Wende fängt mit der organischen Baumwolle an

Green Showroom, Ethical Fashion Show sowie eine schier unüberschaubare Zahl lokaler Modemessen und Events für fair produzierte Biokleidung, dazu ständig neue Shops, Blogs und Newsletter zum Thema. Keine Frage, der Markt für eco-Fashion ist raus aus der Nische und wird wohl in Zukunft ein gewichtiges Wörtchen im Business um Jeans, Shirt und Co. mitzureden haben. So ist beispielsweise organic Baumwolle längst bei den Massenherstellern angekommen. Doch das ist erst der Auftakt für eine Wende zu mehr Nachhaltigkeit, die die gesamte Branche auf allen Produktionsebenen erfasst. Nach einer statistischen Erhebung der Lobbygruppe Textile Exchange wuchs der Markt für Bio-Baumwolle im Jahr 2011 um 20 Prozent auf 6,2 Mrd. Dollar und auch wenn die Produktion 2012 aufgrund verschiedener Aspekte massiv eingebrochen ist so war der Run auf die saubere Faser ungebrochen.

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Neue Materialien versprechen hohe Stoffqualität bei weniger Ackerfläche

Hinzu kommen ständig neue Materialien wie etwa Milch-, Mais-, Bananen- und Eukalyptusfasern oder auch biologisch korrekt aufgearbeiteten Viscose-Varianten die nicht nur extrem hohe Stoffqualitäten versprechen sondern auch weit weniger Ackerfläche und Wasser als Baumwolle benötigen. Ein Grund, warum etwa Silvia Jungbauer vom Verband Gesamtmasche die Zukunft der Branche eindeutig in nachwachsenden Naturstoffen sieht. Doch die Qualität des nachhaltigen Warenkorbs wird auch im Mainstream längst nicht mehr nur in Hinblick auf Öko und Bio bewertet.

Fair Trade Labels mit glaubhaftem Siegel gewinnen am Markt immer mehr an Einfluss und Bedeutung und auch Kampagnen wie etwa ‚Detox’ von Greenpeace setzen die großen Unternehmen zunehmend unter Zugzwang ihre Haltung zu Umweltschutz und zu Arbeitsrechten in der gesamten Produktionskette zu überdenken. Dabei fällt es den Konsumenten, Blog-Kultur und Social-Media sei Dank, immer leichter sich ausreichend Informationen zum Thema zu beschaffen und durch Vernetzungen massiven Druck aufzubauen.

Global Player beugen sich den Shitstorms in Social Media

So haben sich nach Käuferprotesten mittlerweile mehr als 14 Marken, darunter Nike, Puma, Victoria’s Secret, Zara, Adidas und H&M, den strengen Richtlinien von Detox unterworfen und auch der Clean Clothes Campaign fällt es immer leichter eine breite Öffentlichkeit als Unterstützung für ihre Aktionen gegen fragwürdige Arbeitsbedingungen zu gewinnen. Schöne Mode mit hässlichem Background passt, Geiz ist geil hin oder her, einfach nicht mehr zum Zeitgeist und Ausreden um sich aus der Verantwortung zu stehlen gibt es für den Käufer auch nicht mehr. Schließlich kann das Fehlen des adäquaten stationären Handels heute durch gezieltes Online Shopping auf zig Plattformen elegant ausgeglichen werden. Die richtigen Accessoires, die passende Hose, der schicke Pullover, das schöne Shirt, das tolle Kleid und die perfekten Schuhe, fair gehandelt und in organic Qualität, können problemlos bestellt werden und sind nur einen schnellen Klick entfernt.

Quellen: Handelsblatt, Zeit
Text: Andreas Grüter
Bild: ©JupiterImages, ©fotolia