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Online-Shopping
Schädliches Onlineshopping

Onlineshopping-Boom und Retourenwahnsinn auf Kosten der Umwelt

Gemütlich vom Sofa aus die neuesten Modetrends in den Einkaufskorb packen und bestellen: Kaum etwas ist so bequem wie Onlineshopping. Was nicht passt wird einfach zurückgeschickt, aber die vielen Retouren haben schlimme Folgen für 

Textilindustrie ist einer der größten Umweltsünder

Dass der ständige Kauf von Fast Fashion Kleidung ein massives Problem für die Umwelt darstellt, ist kein Geheimnis. Neben den teils sehr schlechten Bedingungen für die Arbeiter werden in der Produktion häufig umweltbelastende Chemikalien verwendet und die genutzten Materialien verbrauchen die begrenzten Rohstoffe der Erde. Die Textilindustrie ist nicht ohne Grund der zweitschmutzigste Industriezweig der Welt. Diese Fakten treten beim Shoppen schnell in den Hintergrund und werden von den großen Marken gekonnt kaschiert. Wir leben in einer extremen Konsumgesellschaft, die ständig mit neuen Trends und Sale Artikeln um sich wirft. So sortieren 31 % der Deutschen Kleidung nur aus, um Platz für neue zu schaffen.  

Kleidung zu kaufen ist durch die Möglichkeit, online zu shoppen nur noch bequemer geworden und teils wird mit „online only“ Produkten geworben. Der Gratisversand und die kulanten Rückgabefristen machen Onlineshopping für die Kundschaft sehr attraktiv und unkompliziert.

Aktuell shoppen 57 Millionen Deutsche online. Der Onlinekonsum wächst stetig jedes Jahr und hat gerade durch die Pandemie einen extra Umsatzwachstum verzeichnet. 

Kein langes Schlangestehen an der Umkleide, kein genervtes Wühlen im T-Shirt Berg nach der richtigen Größe. Alles wird einfach nach Hause geliefert und kann vor dem eigenen Spiegel anprobiert werden.

Diese dramatischen Auswirkungen hat unser Kaufverhalten

Als Konsequenz ist Deutschland Europameister im Zurückschicken von Paketen. 70 % der Retouren stammen aus dem Fashionbereich. In Deutschland wurden im Jahr 2020 mehr als 315 Millionen Bestellungen retourniert. Das sind zehn anfallende Retouren pro Sekunde. Das dabei ausgestoßene CO2 entspricht knapp 500 Flügen um die Welt. Neben den umweltbelastenden Lieferwegen fällt unnötiger Verpackungs- und Textilmüll an. Allein in Deutschland werden um die 20 Millionen Artikel im Jahr vernichtet, als kostengünstigere Alternative zu einer Prüfung des Produkts und Wiederaufnahme in den Warenkreislauf.

Dieses Start-Up will dem Retourenwahn ein Ende setzten

Keepoala

Das will das junge Start-up Keepoala ändern. Das Team aus München bietet Onlineshoppern die Möglichkeit, bewusster online einzukaufen. Dazu haben sie eine App entwickelt, mit der man für das Vermeiden von Retouren mit Prämien belohnt wird.

Für eine nicht zurückgeschickte Online-Fashionbestellung erhält man Punkte, da man durch sein Verhalten unnötige CO2 Emissionen und Müll vermeidet. Über Challenges und selbstgesetzten CO2 Sparzielen setzt Keepoala zusätzliche Anreize, sich als Community gegenseitig zu retourenarmen Shoppingverhalten zu animieren. Das Loyalty Programm belohnt bewussten Umgang mit Konsum.

Die App funktioniert Shop- beziehungsweise Markenübergreifend, das heißt, es gibt ein Punktekonto für alle erfassten Fashion Orders.

Keepoala App

Für die Erfassung einer Bestellung haben die Nutzer zwei verschiedene Möglichkeiten. Entweder sie scannen, dass der Bestellung beiliegende Retouren Label oder sie bestellen bei einem der Partnershops von Keepoala. Beim Einkauf in einem der teilnehmenden Shops wird die Order automatisch im Keepoala Konto erfasst. Die Gesamtanzahl an Punkten erhält man, wenn man eine Bestellung nach Ablauf des Rückgabezeitraums nicht zurückgeschickt hat. Muss doch mal retourniert werden, kann man sich einen Teil der Gesamtpunkte verdienen, indem man per App die Retourengründe angibt. Momentan kann man Bestellungen aus allen Onlineshops, denen ein Retourenschein von DHL, Hermes, DPD oder UPS beiliegt, bei Keepoala per Scan erfassen. Die Punkte können in verschiedene Prämien im Voucherstore eingelöst werden z.B. eine vergünstigte Fahrt mit der Deutschen Bahn, einer 10 € Ersparnis bei der nächsten Bestellung in einem der Partner (Fair) Fashion Shops oder aktuell zusätzlich in eine Spende für die Menschen in der Ukraine.

Aktuell hat das Start-up bereits 14 Partnershops für sich gewinnen können, darunter: Pretty Clear, erlich textil, loveco und Greenbomb. Bis zum Jahresende soll sich die Zahl der teilnehmenden Shops verdreifacht haben.

Die Keepoala App ist sowohl für iOS und Android erhältlich. Als Community konnten so schon mehr als 3 Tonnen CO2 eingespart werden. Werde noch heute Teil unserer Community und fang an, dich für umweltbewusstes Onlineshopping zu belohnen. 

Zum Keepoala Team:

Keepoala Team

Im Sommer 2021 gründeten Tjark Metzner, Sebastian Engel-Wolf und Eik Lämmerhirt Keepoala und verfolgen seither ihre Mission, Onlineshopping nachhaltiger zu gestalten. Neben den drei Gründern besteht das Team aktuell noch aus vier weiteren Mitarbeiter:innen.

Quellen: Keepoala, Greenpeace, Retourenforschung.de, Bilder: Keepoala, Text: red