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Schäuble in Bedrängnis

Berlin - Ein offener Brief am 29. Oktober sorgte für Aufsehen. 12 Organisationen forderten öffentlich vor den Beratungen des Europäischen Finanzministerrates den deutschen Ressortchef Wolfgang Schäuble zu einem entschlossenen Handeln auf. 

In ihrem Schreiben fordert das Bündnis „verpflichtende Positionslimits gegen exzessive Spekulation, die für einzelne Händler und Händlergruppen, alle Handelsmonate und alle Arten von Verträgen gelten, auch für diejenigen, die außerbörslich gehandelt werden“.  Darunter fällt auch die Regulierung der so genannten Over-the-counter-Geschäfte (OTC). Dabei handelt es sich um außerbörslich zwischen Finanzmarktakteuren abgeschlossene Verträge, die sich beinahe jeglicher Kontrolle entziehen und daher eine Art Schattenhandel darstellen. Die Organisationen sehen erdrückende Belege dafür, dass die exzessive Spekulation mit Agrarrohstoffen auf den Terminmärkten zu künstlich erhöhten Lebensmittelpreisen führen und damit Hungerkrisen verschärfen kann.

„Sie haben kürzlich zur Deregulierung der Finanzmärkte gesagt: ‚Alle haben bei diesem Wahnsinn mitgemacht, ich auch.‘ Wir bitten Sie: Tragen Sie dazu bei, diesen Wahnsinn jetzt zu stoppen!“, schreiben die Organisationen.

Den Offenen Brief haben unterzeichnet (in alphabetischer Reihenfolge): Attac, Campact, foodwatch, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), medico international, Misereor, Oxfam Deutschland, Südwind, terre des hommes, Weed (Institut und Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung) und die Welthungerhilfe.

In E-Mail-Aktionen wurden die Bündnisorganisationen zudem bislang von mehr als 150.000 Bürgern unterstützt.

Quelle: Südwind e.V.
Bild: © Bundesministerium der Finanzen,
Foto: Ilja C. Hendel
Text: Christina Jung

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