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Bio-Benzin, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetikprodukte und Yoga-Matten ? Algen können in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden.
Nützliche Alleskönner

Algen: Nützliche Alleskönner

Algen erweisen sich immer mehr als Alleskönner. Forscher der amerikanischen Rice University haben jetzt entdeckt, dass Algen für Kosmetik, Kraftstoff und Nahrungsergänzungsmittel besonders gut in Schmutzwasser wachsen – und ganz nebenbei das Wasser reinigen.

Bio-Benzin, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetikprodukte und Yoga-Matten – Algen können in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Als Rohstoff sind sie denkbar praktisch und lösen immer mehr endliche Rohstoffe wie Erdöl ab. Algen wachsen schnell und sind äußerst vielseitig. Die steigende Nachfrage nach Algen führt allerdings dazu, dass Algen unter Einsatz von chemischen Düngemitteln kommerziell gezüchtet werden. Diese Düngemittel verursachen zusätzliche Kosten für den Betreiber und werden eigentlich dringender für traditionellere Feldfrüchte gebraucht.

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Forscher der Rice University in den USA haben jetzt das Wachstum von Algen in städtischem Abwasser untersucht. Dabei fand das Team um Meenakshi Bhattacharjee und Evan Siemann heraus, dass die Algen in Abwasser nicht nur ebenso gut wachsen wie unter dem Einsatz von Düngemitteln, sondern dass sie gleichzeitig auch das Schmutzwasser reinigen. Zwar waren Feststoffe schon entfernt worden, das Wasser enthielt aber immer noch Stickstoff und Phosphor – und damit genau den Dünger, den Algen benötigen. 14 Wochen später waren die Algen deutlich gewachsen und hatten das Wasser von 90% des Stickstoffs und 50% des Phosphors befreit.

Algenkulturen bald in Klärwerken?

Mit dieser Methode könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Algen könnten günstig und umweltschonend gezüchtet werden, während sie bei der Trinkwasseraufbereitung helfen. Große Mengen an Stickstoff und Phosphor im Wasser erweisen sich immer mehr als Problem, denn sie können an ungewollten Orten Algenwachstum auslösen. Bei dem untersuchten Verfahren würden die Algen jedoch kontrolliert wachsen.

Bei einer zuvor in Kansas durchgeführten Studie filterten die Algen deutlich weniger Nährstoffe aus dem Wasser als in Houston. Laut der Forscher könnte ein Zusammenhang zwischen Wärme und Algenwachstum bestehen. Die Forscher untersuchen jetzt weitere Faktoren, die den Prozess beeinflussen könnten.

Quelle: Rice University; Bilder: Flickr ©Maja Dumat CC BY 2.0 ; Autor: kle