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Bienen

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Bienenschutz: Teilerfolg für Deutschland

In Europa sollen Honigbienen durch das zeitweilige Verbot von drei Pflanzenschutzmitteln aus der Gruppe der Neonikotinoide besser geschützt werden. 15 Mitgliedstaaten, einschließlich Deutschland, haben am gestrigen Montag ihre Zustimmung für den Kompromissvorschlag der EU gegeben. Doch für ein sofortiges Verbot konnte keine Einigung erzielt werden.

Nach den komplizierten EU-Regularien folgt aus dem Unentschieden im zweiten Anlauf nun grünes Licht für die EU-Kommission – und diese hat ein befristetes Verbot der drei umstrittenen Gifte Clothianidin und Imidiaclopdrid von Bayer sowie Thiamethoxam von Syngenta vorgeschlagen. Zunächst dürfen die Wirkstoffe beim Anbau von Mais, Sonnenblumen, Raps und Baumwolle für die nächsten zwei Jahre nicht mehr verwendet werden. Das Verbot sollte ursprünglich ab dem 1. Juli gelten. Wegen der verzögerten Entscheidung kann sich das Inkrafttreten nun um bis zu ein halbes Jahr verschieben, um den Mitgliedstaaten Zeit für die nationale Umsetzung zu geben.

Erlaubt bleibt die Verwendung in einigen als „nicht bienenattraktiv“ klassifizierten Kulturen wie Wintergetreide. Die bei der Aussaat dieser Wintergetreide entstehende Staubabdrift kann sich auf andere Blühpflanzen ablegen und dadurch die Gesundheit der Bienen gefährden.

Ilse_Aigner

Ilse Aigner, Bundeslandwirtschaftsministerin

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte am Montag anlässlich der Entscheidung: "Mit der neuen Regelung gelten künftig in allen EU-Ländern strengere Vorschriften für den Schutz der Bienen. Deutschland hat diese Notwendigkeit schon lange erkannt und bereits seit 2009 weitere strenge Vorgaben zum Schutz der Bienen eingeführt, die in einigen Punkten sogar über das hinausgehen, was heute in Brüssel beschlossen wurde. So ist die Zulassung von Neonikotinoiden bereits auf wenige sichere Anwendungen begrenzt und mit strengen Auflagen verbunden. Zudem gelten in Deutschland hohe Standards bei der Saatgutbehandlung und strenge Vorgaben für die Anwendung und die Saattechnik. Umso wichtiger war für uns die Klarstellung der EU-Kommission, dass Deutschland auch künftig an seinen strengen Regeln festhalten kann und den Schutz der Bienen nicht aufweichen muss. Das gilt sowohl für in Deutschland nicht zugelassene Mittel, als auch bereits behandeltes Saatgut."

Quelle: BMELV , NABU / Text: Christina Jung

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