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So wird aus ihrem Garten ein Luxushotel für Fledermäuse
Artenschutz Fledermaus

So wird aus Ihrem Garten ein Luxushotel für Fledermäuse

Wie viele unserer heimischen Tierarten sind auch Fledermäuse vom Aussterben bedroht. Sie finden weder genügend Nahrung, noch ausreichend Quartiere. Hobbygärtner können jedoch einiges in ihrer Gartengestaltung berücksichtigen, um den nachtaktiven Flugkünstlern das Überleben zu sichern.  

Die intensive Landwirtschaft, Gebäudesanierungen und der Insektenschwund machen unseren 25 heimischen Fledermausarten das Leben schwer. Ihre Lieblingsspeise sind Insekten, denen sie während der Nacht lautlos hinterherjagen. Für Gartenbesitzer hat der Naturschutzbund einige Tipps, wie sich ein Garten gestalten lässt, um Fledermäuse mit einem reichen Nahrungsangebot und Unterkünften anzulocken.

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Statt englischem Rasen und blickdichten Thujahecken sollten artenreiche Wiesen angelegt und heimische Stauden und Gehölze wie Holunder und Hundsrose gepflanzt werden. Sie sorgen für eine attraktive Insektenvielfalt, über die sich Fledermäuse freuen. Zu einem wahren Feinschmeckerlokal für die Flugakrobaten wird der Garten mit nachtblühenden, nektarreichen Blütenpflanzen. „Diese Pflanzen locken durch ihren intensiven Duft Nachtfalter, die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten, an. Dazu zählen beispielsweise das gewöhnliche Leimkraut, Seifenkraut und die Wegwarte“, erklärt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. Gut für Fledermäuse ist es auch, einen Teich anzulegen. Das Wasser zieht viele Insekten an – und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch. „Je artenreicher der Garten, desto mehr Insekten tummeln sich dort“, sagt Rottleb. Die Maßnahmen zum Artenschutz setzen natürlich voraus, dass auf Insektizide und andere Gifte verzichtet wird. Gegen die akute Wohnungsnot für Fledermäuse können Gärtner ebenfalls aktiv werden. Höhlen in alten Bäumen, alte Keller oder Kartoffelmieten werden gern als Winterquartier genutzt, wenn sie kühl, feucht und frostfrei sind. Aber auch „künstliche Quartiere wie Fledermausbretter, Flachkästen an Giebelwänden sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen“, sagt Sebastian Kolberg, NABU-Fledermausexperte. „Viele Kästen kann man aber auch in Bäumen anbringen. Geeignete Fledermauskästen gibt es im Fachhandel – oder man baut sie einfach selbst.“ Bereits ein paar fledermaus- und insektenfreundliche Umgestaltungsmaßnahmen reichen aus, um den Garten in ein Luxushotel für die nächtlichen Flugkünstler zu verwandeln. 

Quelle: Naturschutzbund Deutschland, Bild: Depositphotos/CelsoDiniz, Text: Tine Esser