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Globaler Kampf um den Milchpreis
Preise für Milchprodukte

Deutsche Milchbauern kämpfen ums Überleben

In der vergangenen Woche hat ein großer Lebensmittel-Discounter die Preise für Milchprodukte erneut deutlich gesenkt. Für deutsche Milchbauern hat der globale Preiskampf katastrophale Folgen. Naturland übt harsche Kritik am immer weiter sinkenden Milchpreis und ruft zur Agrarwende auf.

Es geht immer noch billiger. Das ist das fatale Signal, das Aldi an seine Kunden gesendet hat, als Discount-Marktführer die Preise für Milchprodukte kürzlich erneut um mehr als 20 Prozent gesenkt hat. Ein Liter frische Vollmilch kostet inzwischen nur noch 46 Cent und auch Butter und Sahne sind deutlich billiger geworden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis andere Lebensmittel-Discounter nachziehen und die Preise anpassen.

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Globaler Kampf um den Milchpreis

Der Grund für den Preisverfall ist ein Überangebot auf dem weltweiten Milchmarkt, dessen Auswirkungen für konventionelle deutsche Milchbauern fatal sind. Viele Familienbetriebe können die globalen Preisschwankungen, die seit dem Wegfall der Quotenregelung immer massiver werden, kaum kompensieren und kämpfen ums Überleben. Beistand erhalten sie von ihren Kollegen aus der Bio-Landwirtschaft. Der Öko-Verband Naturland kritisiert das Vorgehen von Aldi scharf und spricht von „Ramschpreisen“ für Milch und Milchprodukte.

Der „unanständige Preis“ treffe die konventionellen Berufskollegen hart und sende ein falsches Signal an die Verbraucher, betont der Präsidiums-Vorsitzende Hans Hohenester. Der Verband betrachtet den Export-Ansatz der Milchindustrie als gescheitert und fordert eine grundlegende Agrarwende hin zu einer ökologischen Landwirtschaft, bei der die Interessen von Umwelt, Mensch und Tier gleichermaßen in den Blick genommen werden. Dass die ihren Preis hat, der natürlich deutlich über dem aktuellen Niveau liegt, steht außer Frage.

Preis für Bio-Milch ist deutlich stabiler

Doch die Erfahrungen zeigen, dass viele Menschen durchaus bereit sind, einen angemessenen Preis für qualitativ hochwertige Bio-Produkte zu zahlen. Das beste Beispiel für einen direkten Vergleich ist Bio-Milch. Weil er mit dem Preiskampf auf dem globalen Markt nichts zu tun hat, ist der Preis für Bio-Milch zum einen höher als der von konventioneller Milch - und zum anderen deutlich stabiler. Vor allem ist es ein angemessener Preis. Wer ihn bezahlt, stärkt nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern leistet auch einen Beitrag für mehr Tierwohl und zum Erhalt der Umwelt.

Quellen: Naturland, Bild: depositphotos/happyalex,Text: Ronja Kieffer