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Neue Elektrogeräte gehen oft schnell kaputt - sind die Hersteller schuld?
Defekte Elektrogeräte

Geschäfte auf Kosten von Umwelt und Verbrauchern

Defekte Elektrogeräte, bei denen die Garantie gerade abgelaufen ist: Ist das Zufall? Oder sorgen Hersteller tatsächlich mit Absicht dafür, dass es immer schwieriger wird, Elektrogeräte reparieren zu können, um Gewinn zu machen?

Bei modernen Mobil- und Elektrokleingeräten scheint es manchmal nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie kaputt gehen. Und dann landen sie nicht selten im Müll, weil die beschädigten Teile fest im Gerät verbaut sind und sich nicht so einfach auswechseln oder reparieren lassen. Weil das häufig nur kurz nach Ablauf der Garantiefrist passiert, liegt die Frage nahe, ob es sich um Zufall handelt oder ob vielmehr Kalkül der Hersteller dahinter steckt.

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Hersteller-Kalkül: Neue Geräte statt Reparatur

Ein unbegründeter Vorwurf? Oder die traurige Wahrheit? Für die August-Ausgabe ihres Magazins sind die Verbraucherschützer von Öko-Test dieser Frage nachgegangen und haben rund neunzig Elektrokleingeräte, darunter Mobiltelefone, Tablets, Wohnraumleuchten, elektrische Zahnbürsten und Rasierer unter die Lupe genommen. Tatsächlich sind bei den meisten von ihnen Verschleißteile wie Akkus und Leuchten fest verbaut und können von den Kunden nur in den seltensten Fällen selbst ausgewechselt oder repariert werden, wenn sie defekt sind. Statt den meist langwierigen und teuren Kundendienst in Anspruch zu nehmen, entscheiden sich viele Verbraucher dann für den Kauf eines neuen Geräts – sehr zur Freude der Hersteller.

Modular aufgebaute Geräte, bei denen die Einzelteile auswechselbar sind, kosten zwar in der Erstanschaffung etwas mehr, lassen sich dafür aber leichter und kostengünstiger reparieren und schonen zudem die Umwelt. Die Tatsache, dass derzeit nur wenige solcher Geräte auf dem Markt sind, sorgt allerdings nicht gerade dafür, die von Herstellern als „Verschwörungstheorie“ abgetane Vermutung des geplanten Verfallsdatums von Elektrogeräten zu entkräften. Im Gegenteil: Produzenten scheinen nicht geneigt, Auskunft über Informationen wie Gebrauchsdauer, Akku- bzw. LED-Haltbarkeit und Reparierbarkeit ihrer Geräte zu geben, wie Öko-Test ebenfalls herausgefunden hat.

Der ausführliche Bericht ist nachzulesen im Öko-Test-Magazin August 2016, das seit dem 28. Juli im Zeitschriftenhandel erhältlich ist.

Quellen: ÖKO-TEST Verlag GmbH, Bild: depositphotos/dmitrimaruta, Text: Ronja Kieffer