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Bio-Baumwolle aus Afrika

Bio-Baumwolle: Nachfrage nimmt zu, Produktion nimmt ab

Trotz der weltweit gestiegenen Nachfrage nach Bio-Baumwolle ist laut dem ‚2011 Organic Cotton Market Report’ der Textilorganisation Textile Exchange die Produktion um rund 37 Prozent zurückgegangen. Schuld daran scheint vor allem die mangelnde Kommunikation zwischen Produzenten, Herstellern, Marken und Einzelhändlern zu sein.

Verkehrte Welt im Bio-Cottonland. Während im Jahresvergleich der Einzelhandel mit sauberer Baumwolle um 32 Prozent zulegte, ist die Produktion in den Anbauländern mit 37 Prozent um etwa ein Drittel abgesackt – der erste Rückgang seit zehn Jahren. Vor allem in Indien, das rund 70 Prozent der weltweiten Ernte einfährt wurde deutlich weniger produziert. Ein Paradoxon, für das der Studie zufolge verschiedene Faktoren verantwortlich sind. So erweist sich die Kommunikation zwischen Konsumenten und Produzenten als nicht effektiv genug, sprich die Nachfrage nach Bio-Baumwolle hat sich bislang nicht bis zu den Bauern herumgesprochen für die sich der Anbau zudem oftmals immer noch nicht auszahlt. Zudem fehlen offenbar Systeme, mit denen Modelabel und Einzelhändler Daten zum Konsum von Bio-Baumwolle und anderen nachhaltigen Textilien konsequent sammeln und auswerten können.

Trotz der aktuellen Schieflage ist sich Textile Exchange Geschäftsführerin LaRhea Pepper sicher dass die Probleme schnell gelöst werden können: „Wenn wir die Verknüpfung zwischen Produzenten, Herstellern, Marken und Einzelhändlern anerkennen und gute, branchenweite, uns zur Verfügung stehende Hilfsmittel (wie den Higg-Index der Sustainable Apparel Coalition) nutzen, bin ich sicher, dass wir neue und kreative Lösungen für wichtige Probleme der Branche gefunden haben werden, bevor weitere zehn Jahre vorbei sind.“ Der gesamte 2011 Organic Cotton Market Report kann auf der Textile Exchange Website kostenlos heruntergeladen werden.

Quelle: Fashion United, AbTF / Text: Andreas Grüter

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