Virunga

© Angelique Todd / WWF

UNESCO-Weltnaturerbe

Vorerst keine Ölbohrungen: Etappensieg für Virunga

Lange Zeit sah es so aus, als würde die Firma TOTAL für Öl und Gas eines der kostbarsten Naturjuwelen überhaupt, den Virunga-Nationalpark, ausbeuten. Der Mineralkonzern lenkt nun teilweise ein – doch der Kampf ist noch nicht gewonnen.  

Der Virunga-Nationalpark im Grenzgebiet zwischen der Volksrepublik Kongo und Ruanda ist weltbekannt für seine extrem hohe Artenvielfalt. Hier leben über 200 Säugetier- und mehr als 700 Vogelarten – und es ist einer von nur noch zwei Orten, an denen es noch die sehr seltenen Berggorillas gibt. Seit 1925 ist Virunga-Nationalpark, seit 1979 ist der Nationalpark Weltnaturerbe der UNESCO.

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WWF-Demonstration vor der Total-Konzernzentrale. © Martin Leers / WWF France

Gegen Bürgerkrieg und Wilderei konnte die einzigartige Natur des Virunga-Nationalpark über Jahrzehnte geschützt werden. Doch seit längerem schien es als würde die Profitgier siegen. Doch auch hier gibt es einen Etappensieg zu verzeichnen: TOTALs Vorstandsvorsitzender Christophe de Margerie gab auf der Generalversammlung in Paris bekannt, dass seine Firma kein Öl im Virunga-Nationalpark fördern werde. Die aktuellen Grenzen des Parks würden akzeptiert. Doch gewonnen ist der Kampf um Virunga noch nicht: Auch der britische Konzern SOCO hat ein Auge auf die Förderrechte für die in Virunga vermuteten Öl- und Gasvorkommen geworfen.

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TOTAL gab die Entscheidung bekannt, nachdem der WWF den Druck auf den Mineralölkonzern erhöht hatte. Vor der Konzernzentrale gab es eine Demonstration, eine Online-Petition wurde gestartet, um Virunga zur No-Go-Area für Mineralölkonzerne zu machen. In einem Offenen Brief forderte der WWF TOTAL auf, die Aktivitäten in Virunga einzustellen – und veröffentliche eine repräsentative Untersuchung, wonach 80 Prozent der französischen Bevölkerung es "sehr begrüßen" würden, wenn französische Firmen Welterbestätten respektieren würden. Ein noch höhere Prozentsatz sah auch die Finanzpartner der Öl-Firmen in der Verantwortung – und 80 Prozent finden es wahrscheinlicher ihr Benzin von einer Firma zu kaufen, die verspricht kein Öl oder Gas in UNESCO-Weltkulturerbestätten zu fördern

Virunga

© Martin Harvey / WWF

Ein erstes Ziel erreicht

"Daran sieht man, wie gut wir als internationales Netzwerk Ziele für die Natur durchsetzen können", sagt Johannes Kirchgatter, Afrika-Experte des WWF Deutschland. "Wir werden aber weiter dafür kämpfen müssen, dass in Virunga nicht angefangen wird zu bohren – damit wäre die Büchse der Pandora offen und weitere Projekte würden folgen." Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo hat fünf Ölsuchgebiete in und um Virunga ausgeschrieben. Gerechtfertigt wird dies mit "nationalem Interesse" an den Bohrungen. Auch gab es seitens der Regierung Überlegungen, das Gebiet des Nationalparks zu verkleinern, damit Ölbohrungen außerhalb des Parks liegen – und damit nicht gegen die UNESCO-Standards verstoßen. Der WWF fordert, die Grenzen unangetastet zu lassen – und dass alle Konzerne und Investoren verbindlich versichern, keine Bohrungen innerhalb des Nationalparks durchzuführen.

Quelle: WWF / Text: Christina Jung