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Modernes Re- und Upcycling

Wie eine Zahnbürste zur Gießkanne wird

Zahnbürsten gehören nicht in den gelben Sack. Doch entsorgt man sie über den Restmüll, werden sie verbrannt und ihr Materialwert geht unwiederbringlich verloren. Ähnlich ist es mit Druckerpatronen, Stiften und Trinkpäckchen. Warum also nicht eine Gießkanne daraus formen? Ein junges Unternehmen zeigt, wie alle mitanpacken können.

„Zahnbürsten sind zwar kein Problemmüll, doch bisher gab es keine Möglichkeit sie nachhaltig zu entsorgen. Mit dem Recycling-Programm von Colgate gelingt es uns erstmals, Zahnpflege-Abfälle als Rohstoffquellen für neue Plastikprodukte zu erschließen und sicherzustellen, dass das eingesammelte Material zu hundert Prozent einem stofflichem Recycling zugeführt wird“, erläutert Wolfram Schnelle, Geschäftsführer von TerraCycle Deutschland, die Vorteile der Umweltinitiative. 

Mit dem Ziel das Konzept Abfall zu überdenken und statt Müllverbrennung auf Re- und Upcycling zu setzen, kooperiert der Zahnpflege-Hersteller mit dem Mainzer Umwelt-Unternehmen TerraCycle. Die Kooperation ist zukunftsweisend. Für jedes eingesandte Zahnpflegeprodukt spendet Colgate zwei Cent an eine gemeinnützige Organisation nach Wahl der Teilnehmer. Neben Zahnbürsten werden auch Zahncremetuben, Zahnseidedöschen und Plastik-Umverpackungen von Zahnpflegeprodukten im Sammelprogramm akzeptiert. Doch wie funktioniert das Sammelprogramm?

Sammelprogramm_TerraCycle

© TerraCycle

Das Sammelprogramm

Seit 1. April 2013 können sich alle, die ihre Zahnpflegeprodukte nachhaltig entsorgen möchten, auf der Webseite von TerraCycle anmelden und kostenlos an dem Recycling-Programm teilnehmen. „Gesammelt wird am besten in einer größeren Gruppe, zum Beispiel im Büro oder in einer Schule, damit die Abfälle schneller in größeren Menge zusammenkommen“, rät Schnelle. Das Gute ist dabei, nicht nur die Spendengelder, auch die Versandkosten für die Abfallpakete werden von Colgate finanziert.

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Dass die beiden Unternehmen erfolgreich miteinander kooperieren,  konnte schon in vier weiteren Ländern festgestellt werden. So beteiligten sich in den USA, in Mexiko, in Brasilien und in der Türkei insgesamt über 240.000 Schulen, Unternehmen und andere Institutionen an der Aktion und konnten damit mehr als 2 Millionen Zahnpflegeprodukte vor Müllverbrennungsanlagen ferngehalten werden. Nach diesem Vorbild erhalten nun auch die Verbraucher in Deutschland die Möglichkeit, ihren Zahnpflegeprodukten ein zweites Leben zu schenken. Doch das ist weit nicht alles.

Das Umwelt-Unternehmen TerraCycle

Das Umwelt-Unternehmen organisiert in 21 Ländern weltweit Lösungen für schwer recycelbare Abfälle und arbeitet dabei mit mehr als 30 der größten Firmen der Welt zusammen, die das Recycling ihrer Produkte finanzieren. 2001 in den USA gegründet, ist TerraCycle seit 2011 auch in Deutschland vertreten und bietet neben den Zahnpflegeprodukten auch ein Sammelprogramm für Stifte in Kooperation mit dem Schreibwaren-Hersteller BIC, ein Trinkpack-Sammelprogramm in Kooperation mit Capri Sonne Bio-Schorly sowie ein Sammelprogramm für Druckerpatronen an.

TerraCycle_Sammeln

So funktioniert es © TerraCycle

All die recycelten Gegenstände vermittelt TerraCycle an andere Unternehmen, die sie zu Rohstoffen und Produkten weiterverarbeiten. So kann beispielsweise aus einem Zahnbürstengriff durch Upcycling ein so individuelles Schmuckstück wie ein Armreif entstehen oder aus Zahncremetuben coole Handtaschen. Beim Recycling hingegen wird das Abfallmaterial in Sekundärrohstoff umgewandelt, aus dem neue Plastikprodukte wie Gießkannen, Parkbänken oder Mülleimer produziert werden.

Insgesamt konnten durch das Recycling-Programm mehr als sieben Millionen Dollar an gemeinnützige Organisationen gespendet werden. Darüber hinaus schon es aber vor allem die natürlichen Ressourcen.  Für jedes Produkt, das aus Recyclingmaterial entsteht, spart man neues Erdöl für die Plastikherstellung.

Quelle: TerraCycle / Text: Christina Jung