Atomausstieg: Strom kann mit Erneuerbaren Energien billiger werden

Ein Ausstieg aus der Kernkraft kann Verbraucher teuer zu stehen kommen, hört man immer wieder von den Atomkonzernen. Dem widerspricht jetzt der Bund der Energieverbraucher. Er sagt, ist die Vormacht der großen Versorger erst gebrochen, dann werde es für Kunden schnell deutlich billiger.

Atomausstieg: Fachleute sagen, Strompreise sinken durch erneuerbare Energien.

Atomausstieg: Fachleute sagen, Strompreise sinken durch erneuerbare Energien.

Mehr als zehn Jahre nach der Liberalisierung des Strommarkts kritisiert der Bund der Energieverbraucher die Tatsache, dass immer noch kein Wettbewerb stattfindet. Doch er sieht im Atomausstieg eine langfristige Chance und rechnet mit sinkenden Strompreisen für Verbraucher. «Die Preise sind in den vergangenen Jahren gestiegen, weil die Gewinne der Erzeuger gestiegen seien», sagte Verbandschef Aribert Peters im Deutschlandradio Kultur. Dabei hätten die vier großen Energiekonzerne die wirtschaftlichen Vorteile der Atomkraft für sich eingestrichen.

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«Mit einer Energiewende aber bricht die Vormachtstellung der vier großen Energie-Versorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW zusammen», sagte Peters. Dadurch entstehe ein spürbarer Wettbewerb, was den Verbrauchern zugute komme. Der wichtige Umstieg auf die Erneuerbaren Energien werde so für die Verbraucher nach einer ersten Phase der Teuerung langfristig kostengünstiger.

Gewinne der Energiekonzerne vervierfacht

«Die Atomkonzerne wollen natürlich die Verbraucher hier als Geisel nehmen, wollen den Verbrauchern Angst machen, dass der Atomausstieg sie teuer zu stehen kommt. Das entspricht aber nicht den Tatsachen», so Peters. Die Gewinne der Konzerne hätten sich durch die gestiegenen Strompreise in den vergangenen Jahren vervierfacht, sagte der Verbraucherschützer. Dadurch seien die Konzerngewinne auch deutlich höher ausgefallen als die Investitionen der Konzerne in erneuerbare Energien.

 

Peters forderte die Verbraucher auf, die Energiewende aktiv zu unterstützen, indem sie ihren Strom- und Gasanbieter auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls wechseln. «Wenn mehr Verbraucher umsteigen, dann kommt auch der Markt stärker in Gang, und dann sinken natürlich auch die Preise.» Bisher hätten nur zehn Prozent der Stromkunden ihren Stromanbieter gewechselt. «Hier ist Aufklärung angesagt, hier ist mehr Mut angebracht», meint der Chef des Bundes der Energieverbraucher. Zumal: Ein Vergleich und der Wechsel hat auch immer Sparpotenzial. Teilweise mehrere hundert Euro im Jahr.

Den unabhängigen Strom- und Gasanbietervergleich bietet beispielsweise www.verivox.de.

Quelle: N-TV


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