Im Herbst beginnt eine der schönsten Zeiten: die Maronenzeit
Alles zur Esskastanie

Alles rund um die Esskastanie

Oft findet man Kastanien beim Waldspaziergang auf dem Boden und immer wieder stellt sich die Frage: Sind diese Kastanien essbar? Wir erklären den Unterschied zwischen den Früchten der Esskastanie und der nicht essbaren Rosskastanie, wo Kastanien angebaut werden und wie man sie zubereiten kann. 

Auf diesem Bild erkennt man besonders gut die haarige Spitze der Maroni  ©iStock

Im Herbst beginnt eine der schönsten Zeiten: die Maronenzeit. An jeder Ecke gibt es lecker duftende Kastanien zu kaufen, die pur aber auch zum Beispiel mit Rotkraut sehr köstlich schmecken. Als Maronen, Maroni, Keschte, Keschtn oder schlicht Kastanien bezeichnet man die Früchte der Edelkastanie, die auch Esskastanie genannt wird. Gerade auf Weihnachtsmärkten sind Maronenstände sehr beliebt. Ist man in der freien Natur unterwegs, findet man vor allem im Herbst immer wieder Kastanien auf dem Boden – ein Kastanienbaum kann also nicht fern sein und damit die optimale Gelegenheit einige leckere Kastanien für das Abendessen zu sammeln. Hier ist Vorsicht geboten, denn nur die Früchte der Edelkastanie eignen sich für den Verzehr, die Früchte der bei uns weit verbreiteten Rosskastanie hingegen sind für den Menschen giftig und eignen sich alleine als Handschmeichler oder für den Bau von Kastanientieren oder –männchen.

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Die vier größten Unterschiede - schnell erkannt!

Um ohne Bedenken selbst Kastanien sammeln zu können, haben wir hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale für sie aufgezählt:

1. Sowohl Kastanien als auch Maronen reifen in einer stacheligen grünen Hülle. Die Hülle der Esskastanie hat jedoch mehr Stachel, die außerdem feiner und länger sind.

2. Rosskastanien haben fast immer nur eine Frucht in der Hülle wohingegen sich bei der Esskastanie bis zu drei Maronen in der Schale befinden können.

3. Die Früchte der Rosskastanie sind meist rund, Maronen haben eine eher platte Form (fast herzförmig) und eine Spitze.

4. Maronen sind vor allem an der Fruchtspitze leicht behaart, Rosskastanien haben erstens keine Spitze und sind zweitens nicht haarig.

Eine Esskastanie am Baum

Eine Esskastanie am Baum

Die aufgeplatze Hülle einer Esskastanie

Die aufgeplatze Hülle einer Esskastanie

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Verbreitung der Edelkastanie in Europa

Die Rosskastanie sollten Sie besser nicht essen

Die Rosskastanie sollten Sie besser nicht essen

Die Edelkastanie ist fast in ganz Europa verbreitet. Die meisten bei uns erhältichen Kastanien kommen aus Frankreich, dem Süden Englands und Irlands oder aus Ungarn. Auch in Deutschland und Südskandinavien als auch in der Schweiz und in Österreich gibt es vereinzelt Anbaugebiete. Nördlich des 48. bis 50. Breitengrads reifen die Früchte nicht regelmäßig. In Deutschland gibt es Esskastanien hauptsächlich in der Pfalz, an der Nahe, Saar und Mosel. Kleinere Anbaugebiete sind der westliche Schwarzwald, der Odenwald, im Taunus, am Unter-Main und in der Oberrheinischen Tiefebene. In den Anbauregionen werden Maronen am Straßenrand, auf Märkten, auf Festen, auf Bauernhöfen und natürlich auch im Supermarkt verkauft. Viele Menschen haben aber auch einen Maronenbaum im Garten. Wer nicht das Glück hat in einer Maronen-Region zu wohnen, erhält im Supermarkt oder auf dem Markt oft vakuumverpackte, geschälte Maronen, geschälte Maronen im Glas oder frische, importierte Maronen im Netz.

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Maronenfest - Keschdefest

Kastanien schmecken gebrannt besonder gut ©iStock

Kastanien schmecken gebrannt besonder gut

Gebrannte Maronen gibt es zum einen oft auf Weihnachtsmärkten zu kaufen oder in der Vorweihnachtszeit an speziellen Ständen in der Fußgängerzone. Neben dem Weihnachtsmarkt gibt es in Deutschland und vor allem in der Pfalz viele sogenannte "Keschdefeste", die sich ganz der Esskastanie widmen. Vom 1. Oktober bis 15. November finden so immer die Kastanientage in der Südpfalz statt. In dieser Zeit kreieren die Gastronomen der Regionen kulinarische Köstlichkeiten rund um die Kastanie. Am ersten Wochenende im Oktober findet in der Trifelsregion immer das Keschdefest mit der Krönung der Keschdeprinzessin statt und am zweiten Wochenende im Oktober zieht der Wein- und Kastanienmarkt auf der Villa Ludwigshöhe in Edenkoben viele Besucher an. Auch in Gaggenau-Oberweier findet am ersten Oktoberwochenende immer das Keschtefest statt.

Kulinarische Freuden

Maronensuppe - ein Gaumenschmauß

Maronensuppe - ein Gaumenschmauß

Maronen haben einen leicht kartoffeligen, nussigen, mehligen, aber auch gleichzeitig süßen Geschmack. Maronen können vielseitig zubereitet werden. Sie werden oft  in Feuer gebrannt, im Backofen gar gebacken oder in Wasser gekocht. Wichtig ist es hierbei, die Schale an der Kastanie zu lassen und diese vor der Zubereitung mit einem Messer circa einen Zentimeter aufzuschlitzen. So wird sie schneller gar und man kann sie später besser schälen. Zu frischen Kastanien gibt es oft Zwiebelkuchen oder einfach nur Federweißer. Wer Kastanien nicht gerne "roh" verspeist, kann diese auch zu einer leckeren Maronensuppe oder zu süßem Maronenaufstrich weiterverarbeiten oder vermischt mit Rotkraut zu saftigem Schweinebraten servieren. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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Bild: iStock,Flickr CC BY 2.0/ Allie_Caulfield, Text: Kristina Reiß