Schrebergarten 2.0: Urban gardening mit der Urban Farm Unit
Lebensmittelproduktion

Schrebergarten 2.0: Wie Obst und Gemüse lokal produziert werden kann

Lebensmittel inmitten der Stadt zu produzieren wird mehr und mehr ein Thema und die Möglichkeiten steigen. So wie mit der ‚Urban Farm Unit‘ des belgischen Designers und Künstlers Damien Chivialle, der aus einem alten Container ein mobiles Gewächshaus für den innerstädtischen Gemüseanbau entwickelte. Wahlweise mit Fischzucht und garantiert in Bio-Qualität.

Der Platzmangel und die Luftverschmutzung in unseren Städten sind nicht die ideale Umgebung, um Obst und Gemüse anzubauen. Nichtsdestotrotz ist der Bedarf an frischen Lebensmitteln größer denn je. Hierzu sind neue Ideen und Technologien nötig, um diesen Bedarf zu decken. Urban Farming in seinen verschiedensten Ausprägungen bietet hierzu die Möglichkeit. Viele innerstädtische Projekte entstehen hierzu auf der ganzen Welt. Seien es klassische Urban-Farming-Projekte wie das Berliner Himmelbeet auf einem leerstehenden Parkdeck, der Gemüseanbau in London direkt auf einem Supermarktdach, die urbane Landwirtschaft in Andernach  oder das mobile Gewächshaus des belgischen Kreativen. Letztlich ist die ‚Urban Farming Unit‘ die Weiterentwicklung des hochgeschätzten Schrebergartens auf kleinstem Raum.

Urban Farm Unit: Frische Biolebensmittel aus dem Container

Ein neuer Anstrich, ein Gewächshaus darauf installiert, fertig ist die 20 Quadratmeter große, mobile und zweistöckige Gemüse-Anzuchtstation aus einem alten Container. Der Clou der ‚Urban Farm Unit‘ ist, dass sie mobil ist, wenig Platz benötigt und ideale Treibhausbedingungen für die Lebensmittelproduktion in Bioqualität bietet. Wird zusätzlich eine Fischzucht im Erdgeschoss installiert, dann funktioniert der nachhaltige Anbau von Obst und Gemüse im Aquaponik-Verfahren. Dieses basiert auf einem einfachen wie genialen Kreislaufsystem, welches die in Substraten wie Blähton oder Kies gesetzten Pflanzen – vergleichbar mit einer Hydrokultur - mit dem nährstoffreichen Wasser der Fischtanks versorgt. Die Pflanzen können auf die Fischcontainer direkt gepflanzt werden – die Pflanzen versorgen sich dann direkt aus den Fischtanks mit Wasser und Nährstoffen. Oder: Die Pflanzen wachsen im ersten Stock des Containers und werden dort mit Wasser und Nährstoffen via hochgepumptes Wasser versorgt. Das Wasser selbst wird in einem Kreislaufsystem mit einem natürlichen Biofilter gereinigt. Auch die Pflanzenzucht in konventioneller (Bio-)Erde ist selbstverständlich auch möglich.

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Urban Farm Unit: Auch mehrere Gewächshäuser und Methanproduktion möglich

Auch möglich: auf ein paar wenigen Containern mehrere Gewächshäuser in Reihe schalten, um bei minimaler Grundfläche maximal viel Obst und Gemüse anzubauen.

Eine weitere Idee des Designers Chivialle ist es, die Bioabfälle der Lebensmittel nach dem Prinzip einer Biogasanlage in speziellen Gewächshäusern vergären zu lassen, um daraus Methan für einen umweltfreundlichen Autoantrieb zu gewinnen (siehe letztes Bild).

Schrebergarten 2.0: Urban Gardening mit Urban Farm Unit

Der bislang einzige Standort in Deutschland dieses mobilen Gewächshauses ist in der Berliner Malzfabrik, eine nachhaltig sanierte Fabrik mit vielen grünen Ideen. Aber auch in Zürich, Brüssel, Lissabon oder in Nordfrankreich ist die Urban Farm Unit zu finden. Die beiden letzteren Urban Farm Units sind Versuchsaufbauten, in denen die Möglichkeiten des Anbaus näher erforscht werden. Bei einer Aktion in Zürich versorgte ein Gastronom übrigens seine Gäste mit selbstgeräucherten Forellen in Bioqualität, die direkt vor der Restauranttür herangewachsen waren.

Weltweit gibt es mittlerweile Duzende von Interessenten, die eine Urban Farm Unit auf kleinstem Raum aufstellen werden. Die Urban Farm Unit ist eine Möglichkeit für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung der urbanen Gesellschaft und wird vielleicht zu einem Teil eines völlig neuen Produktionskonzeptes für den Lebensmittelanbau in der Stadt der Zukunft.

Copyright alle Bilder und Quelle: Damien Chiviale/www.20footurbanfarm.blogspot.com, Text: Jürgen Rösemeier

Schrebergarten 2.0: Urban Gardening mit Urban Farm Unit
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