Ist Sonnencreme krebserregend?
Krebs durch Sonnencreme

Ist Sonnencreme krebserregend?

Konventionelle Sonnencremes sind aufgrund ihrer krebserregenden Inhaltsstoffe in Verruf geraten. Internetforen und Youtube-Videos boomen mit Rezepten für selbstgemachte Sonnenschutzmittel aus natürlichen Zutaten. Doch schützen die do-it-yourself-Varianten wirklich vor den gefährlichen Sonnenstrahlen?

Sonne ist wichtig für unser Wohlbefinden und die Vitamin-D-Produktion unseres Körpers - das ist unbestritten. Doch ein zu langer Aufenthalt in der Sonne kann zu Zellschädigungen und Hautkrebs führen. Daher ist es wichtig, sich ausreichend zu schützen. Beispielsweise mit einer Sonnencreme, die über einen ausreichenden Lichtschutzfaktor (LSF) verfügt. Der Lichtschutzfaktor gibt die Zeit an, die Sie länger in der Sonne bleiben können. Das heißt, bei einem Lichtschutzfaktor von 10, können Sie 10 mal länger in der Sonne bleiben als ohne.

 
Sonnencreme selber machen

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Experten warnen

Lange Zeit haben sich die meisten Menschen mit einem handelsüblichen Sonnenschutz aus der Drogerie eingecremt. Doch Experten warnen zunehmend vor den teilweise krebserregenden Inhaltsstoffen, die in konventionellen Sonnencremes verwendet werden.

Konventionelle Sonnencremes

Kritiker von konventionellen Sonnencremes sind der Ansicht, dass Produkte, die uns eigentlich vor Sonnenbrand und Hautkrebs schützen sollen, selber Krebs verursachen. Konventionelle Sonnencremes enthalten gefährliche, chemische UV-Filter, die über unsere Hautporen in den Blutkreislauf gelangen und dort zum Problem werden können. Oxybenzon ist ein Östrogen-ähnlicher Stoff, der in Verdacht steht Unterleibserkrankungen wie Endometriose und Gebärmutterkrebs zu verursachen. Retinylpalmitat, eine synthetische Form von Vitamin A, soll  der  „Enviromental Working Group (EWG)“ zufolge, mit Hilfe von Sonneneinstrahlung das Hautkrebs-Risiko erhöhen.

Zunehmend geraten auch die mineralischen UV-Filterstoffe, Titandioxid und Zinkoxid, die u.a. für Naturkosmetika verwendet werden, in das Visier der Krebsforschung. Der Grund dafür sind die Nanopartikel in Titandioxid und Zinkoxid, die aufgrund ihrer geringen Größe in der Lage sind in die Haut einzudringen und das Zellwachstum zu stören. Daher sollte man darauf achten, nur Sonnencremes zu kaufen, die mineralische „Non-Nano“ UV-Filter beinhalten. Das heißt, die Nanopartikel des Titandioxid und Zinkoxid sollten nicht kleiner als 330 nm sein.

Schützen Sonnencremes wirklich?

Wer sich mit einem Sonnenblocker mit einem LSF 50 eincremt, glaubt seinen Körper ausreichend vor den gefährlichen UV-Strahlen zu schützen, doch das ist ein Irrtum.Laut Studien sind nicht die UVB-Strahlen für den gefährlichen Hautkrebs verantwortlich, sondern die tief in die Hautschichten eindringenden UVA-Strahlen. Der Lichtschutzfaktor 50 blockiert aber nur vollständig die UVB-Strahlen, während er einen großen Teil der UVA-Strahlen durchlässt.Durch die Blockade der UVB-Strahlen wird zudem die Vitamin-D-Synthese auf der Haut verhindert. Fehlt dem Körper Vitamin-D kann das zu schwerwiegenden Erkrankungen und ebenfalls zum Krebs führen.

UVB und UVA

UVB-Strahlen sind energiereicher als UVA-Strahlen und durchdringen nur die obere Hautschicht. Dort können sie die Hornhaut verdicken, kurbeln die Vitamin-D-Bildung an und sorgen mit dem Aufbau von Pigmenten für eine gebräunte Haut. Eine zu intensive UVB-Strahlung kann Sonnenbrand und Krebs in den oberen Hautschichten verursachen.UVA-Strahlen haben weniger Energie als UVB-Strahlen, dringen aber tiefer in die Haut ein. In hoher Dosierung können UVA-Strahlen ebenfalls Sonnenbrände auslösen. Zudem sollen sie  für schwarzen Hautkrebs, verfrühte Hautalterung und Allergien verantwortlich sein. 

Seit der EU-Richtlinie von 2008/2009 muss der UVA-Schutz in Sonnencremes mindestens einen Drittel des angegebenen UVB-Schutzes ausmachen, ansonsten werden die Cremes nicht als Sonnenschutzmittel zugelassen. Dadurch ist zumindest ein geringer Schutz vor den gefährlichen UVA-Strahlen gegeben.

Natürlicher Sonnenschutz

Sehr viele Pflanzenöle haben von Natur aus einen Lichtschutzfaktor, weshalb sie gerne für selbstgemachte Sonnencremes oder sogar pur verwendet werden. Doch Vorsicht! Der Lichtschutzfaktor von Pflanzenölen ist überwiegend sehr gering und schützt ebenfalls nur vor der UVB-Strahlung, nicht aber vor der gefährlicheren UVA-Strahlung. Wer sich nur mit purem Öl eincremt und zu viel Zeit in der Sonne verbringt, ist vor Hautschäden nicht gewappnet.

Ausreichend Schutz und keine schädlichen Inhaltsstoffe mit selbstgemachter Sonenncreme.

Der Lichtschutzfaktor verschiedener Öle:

   
Walnussöl: LSF 3-4 Kokosöl: LSF 7
Jojobaöl: LSF 4Sheabutter: LSF 4 Sesamöl: LSF 4-5

Avocadoöl: LSF 3

Haselnussöl: LSF 15
Ätherisches Eukalyptusöl: LSF 2,5 Ätherisches Lavendelöl: LSF 5,5
Weizenkeimöl: LSF 20-30 Himbeersamenöl: LSF 28-50
Karottensamenöl: LSF 38-40  

Sonnencreme selber machen

Alle pflanzlichen Öle haben mindestens einen LSF 2. Doch wer selber eine Sonnencreme herstellen möchte, der sollte sich nicht allein auf die Öle verlassen, sondern unbedingt einen mineralischen UV-Filter (Titandioxid, Zinkoxid) zufügen. Wie oben beschrieben, ist es dabei wichtig, einen „Non-Nano-Filter“ mit einer Partikelgröße von mehr als 330 nm zu verwenden.Die Menge des mineralischen Filters ist ausschlaggebend für die Höhe des Lichtschutzfaktors. Hier ein Beispiel für eine Creme der Menge 50g mit Zinkoxid:

  • Für LSF 2 bis 5 → 2,5g Zinkoxid
  • Für LSF 6 bis 11 → 5g Zinkoxid
  • Für LSF 12 – 19 → 7,5g Zinkoxid
  • Für LSF 20 und höher → 10g Zinkoxid und mehr

Tipps für die selbstgemachte Sonnencreme:

  • Vitamin-E-Öl in Sonnencreme sorgt für Antioxidantien, die gegen freie Radikale vorgehen.
  • Bienenwachs als Konsistenzgeber verleiht der Creme längere Haltbarkeit auf der Haut.
  • Führen Sie Ihrer selbstgemachten Creme keine Zitrusdüfte zu, da diese die Sonnenbrandgefahr erhöhen!
  • Achten Sie auf die Haltbarkeit und die richtige Lagerung der Creme, um die Bildung von Bakterien zu verhindern!

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Quelle: www.zentrum-der-gesundheit., www.sciencedaily.com, photomed.wordpress.com, info.dermatologikum.de, www.t-online.de, Bilder: depostiphotos/gawriloff./mandygodbehear,  Text: Meike Riebe