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In Australien dürfen Hainetze eingesetzt werden, um Touristen vor Haie zu schützen.
Grausamer Tod in Hainetzen

Tourismus wichtiger als Artenschutz

In Australien ist Tourismus wichtiger als Artenschutz und der Umweltminister hat offenbar seinen Job verfehlt: An fünf Stränden entlang der Nordküste dürfen ab sofort wieder Hainetze eingesetzt werden. Die sind eine tödliche Falle für Delfine und andere bedrohte Meerestiere.

Die Angst vor Haiangriffen hat dem Tourismus schon so manches Mal einen Dämpfer versetzt. Doch die Artenvielfalt der Meere zu gefährden, um die Tourismusindustrie vor Geldeinbußen zu schützen, kann nicht der richtige Weg sein.

Toter Bullenhai in Hainetz

Toter Bullenhai in Hainetz. Meist fangen die Netze jedoch für Menschen völlig harmlose Tiere (bis zu 80% in Australien).

Netze werden zum Schutz vor Haien vor den Küsten aufgestellt

John Frydenberg, der neue Umweltminister von Australien, beschreitet ihn dennoch. Nachdem infolge von Haiangriffen einige Strände an der Nordküste des Bundesstaates New South Wales für ein paar Tage gesperrt worden waren, befürchtete Frydenberg einen Rückgang des Tourismus in der Region und hat bereits zu Gegenmaßnahmen gegriffen: An fünf Stränden hat er eine Sondergenehmigung für das Stellen von bis zu zehn neuen Hainetzen erteilt.

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Es handelt sich dabei um parallel zur Küste angebrachte Stellnetze, in denen vor allem für den Menschen völlig ungefährliche, aber teils vom Aussterben bedrohte Meerestiere wie Delfine, Seekühe und Schildkröten ein grausames Ende finden. Vor Haiangriffen schützen sie absurderweise aber kaum. Es gibt nämlich bereits mehr als 50 Hainetze in New South Wales – zu Haiattacken kommt es trotzdem immer mal wieder. Umweltschützer kritisieren das Vorgehen des neuen australischen Umweltministers. Sie fordern eine Rücknahme der Sondererlaubnis und die Umsetzung von nichttödlichen Maßnahmen zum Schutz vor Haien. Der Einsatz von Hainetzen in Australien ist kein Einzelfall; auch in Brasilien und Südafrika werden die tödlichen Netze vor den Küsten installiert, um Schwimmer, Taucher und Surfer, vor allem aber wohl den Tourismus zu schützen.

Quellen: Gesellschaft zur Rettung der Delfine, GRD e.V., Bilder: Depositphotos/nejron, Gesellschaft zur Rettung der Delfine, GRD e.V., Text: Ronja Kieffer