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St_Patricks_Day_Dublin

© Adrian Sadlier

Irland vs. grüne Bayern

Irland trifft Bayern: St. Patricks Day in München

Auch in diesem Jahr feiern wieder 30.000 Iren und Irland-Fans in München den wichtigsten Nationalfeiertag Irlands. Grün verkleidete Menschen, typisch irische Gerichte, Folklore und grün gefärbte Gebäude und Flüsse - wenn sich alle für einen Tag irisch fühlen, dann ist St. Patrick’s Day.

Benannt nach dem Heiligen Patrick, der vor über 1.500 Jahren als erster christlicher Missionar nach Irland kam – zieht die Parade alljährlich von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz. Dort wird traditionell die Segnung des Shamrock (irisch = Kleeblatt), der irischen Nationalblume, vollzogen. Die grün verkleideten Menschen ziehen durch die Straßen, essen irisches Rindfleisch, singen und färben auch so manches Gebäude oder Flüsse in der irischen Nationalfarbe.

  • Eine bunte, einfallsreiche Parade zieht durch die grüne Menschenmenge (c) Reji Sasidharan
  • Die Clondalkin Youth Band aus Dublin begleitet die Parade mit irischer Musik (c) St-PatricksFestival
  • Am St. Patricks Festival Ceili tanzen Kinder in grüner Nationaltracht auf den Straßen (c) St-PatricksFestival
  • Schillernd bunte Musikanten spielen in der Parade irische Folklore-Musik (c) St-PatricksFestival
  • Zahlreiche Musikanten aus Dublin und dem Umland erfüllen die Parade mit Musik (c) St-PatricksFestival
  • Viele verkleidete Menschen machen die Parade zu einem bunten Schauspiel verschiedener Kulturen (c) Adrian Sadlier
  • Von irischen Volkstänzen bis hin zum modernen Tanz - auf der Parade gibt es alles zu sehen (c) St-PatricksFestival
  • Die St.Patricks-Parade ist ein buntes Schauspiel für Groß und Klein (c) David Soanes
  • Einfallsreiche Kostüme machen die Parade zu einem schillernden Fest (c) St-PatricksFestival
  • Nicht nur die Farbe Grün spielt bei der Parade eine Rolle. Bunte Masken begleiten die Gaukler (c) Niamh Donnellan
  • Einfallsreiche Kostüme der Tänzer machen die Parade zu einem einzigartigen Erlebnis (c) Adrian Sadlier

Heiliger_Patrick

Dem Heiligen Patrick zu Ehren wird die irische Parade gefeiert / München 2008 © Immanuel Rahman

Der Schutzpatron

Die Feier am St. Patrick’s Day geht auf den Heiligen Patrick zurück, der als Schutzpatron der grünen Republik verehrt wird. Er stammte vermutlich aus England und kam als Sklave nach Irland. Es ist überliefert, dass er als Erster schriftliche Zeugnisse gegen die Sklaverei verfasst hat. Zahlreiche Legenden existieren. Eine besagt, dass im Jahr 1776, in der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, der Heilige Patrick sogar den Amerikanern zum Sieg über die Briten verholfen haben soll. Und genau am 17. März, dem Namenstag des Heiligen, ergaben sich die Briten ohne Kampf.

Seitdem wird alljährlich am 17. März in Irland, und eben auch in Amerika, der St. Patrick’s Day zelebrieren. Zahlreiche Iren, irische Emigranten und Irland-Fans feiern weltweit große Volksfeste, schlüpfen in grüne Kostüme, schmücken sich mit Kleeblättern und färben die Metropolen und Wahrzeichen in der irischen Landesfarbe. In diesem Jahr sollen u.a. die Münchner Allianz Arena, das Empire State Building in New York, die Christus-Statue in Rio de Janeiro und der Schiefe Turm von Pisa grün erstrahlen.

Der Heilige Patrick als Erfinder des Whiskeys

In traditionellen Gedichten und Liedern, die am Feiertag gesungen werden, will man den Heiligen ehren. In der irischen Folklore wird der Heilige aber nicht nur wegen spiritueller Qualitäten, sondern auch wegen viel weltlicheren Dingen gepriesen. Manche Lieder bescheinigen ihm Trinkfestigkeit, das Wunder eines nie leer werdenden Bierglases und sogar die Erfindung des Whiskeybrennens wird ihm zugeschrieben.

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Delikatesse: Irisches Rindfleisch

Neben dem Whiskey haben die Iren aber auch an Kulinarik einiges zu bieten. „Die Deutschen lieben den irischen Nationalfeiertag und natürlich auch die Produkte unseres Landes", sagt Liam MacHale von Bord Bia Irish Food Board Germany. Beispielhaft ist der Konsum von irischem Rindfleisch: Der Export nach Deutschland ist binnen einen Jahres um 50 Prozent gestiegen.2011 wurden 15.000 Tonnen irisches Rindfleisch nach Deutschland exportiert.
Am St. Patrick’s Day können Paradeteilnehmer sich beispielsweise ein selbstgemachtes irisches Sandwich mitbringen oder an Verkaufsständen köstliches irisches Rindfleisch probieren.

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Irische Fahnenwerfer am St. Patricks Day in München 2010 © Immanuel Rahman

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Besucher der St. Patricks Parade in München 2010 © Immanuel Rahman

Doch warum München?

Bei so viel Irland fragt man sich, was das eigentlich wohl mit München zu tun hat? Nicht erst seit Lola Montez, der irischen Geliebten des Bayernkönigs Ludwig I, gibt es Iren in Bayern. Denn vor mehr als 1000 Jahren waren es irische Mönche, die dem von den zerstörerischen Hunnen geprägten Bayern, das Christentum wieder zurückbrachten. Heute noch sind die drei bekanntesten irischen Heiligen, Kilian, Kevin und Patrick noch sehr beliebte Vornamen in Deutschland.
Und wenn man vergleicht, dass von circa 9 Millionen Ausländern in Deutschland circa 30.000 aus Irland sind und davon fast 2.000 in  München wohnen, dann macht eine Parade in der bayrischen Hauptstadt Sinn. 

Quelle: stpatricksday.de / Text: Christina Jung