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Osterbräuche

Ostern und seine Bräuche: Ein Fest der Freude

Die Natur ist erwacht und es wird traditionell der Wiederauferstehung Christi gefeiert. Doch viele Bräuche aus der Osterzeit sind älter als das Christentum und stammen aus germanischer Herkunft. Der älteste Osterbrauch hierbei ist wohl der des Ostereis.

Osterbrauch_Ostereier

Eier sind eines der ältesten und wichtigsten Symbole der Menscheit. Das Osterei ist das Symbol des Lebens © BeTa-Artworks - Fotolia.com

Das Osterfest wurde schon vor dem Entstehen des Christentums gefeiert. Die Bedeutung des  Wortes Ostern wird auf verschiedene Weisen erklärt. Nicht alle sind unstrittig. Die einen leiten die Herkunft vom altgermanischen Wort «Austro», der Morgenröte ab, andere vermuten, dass es von dem Wort «Osten» abstammt, eben jener Richtung, in der die Sonne aufgeht.Wieder andere vermuten, dass es von einer germanischen Liebesgöttin, Ostera, abgeleitet ist. Zu ihren Ehren soll zur heutigen Osterzeit ein rauschendes Frühlingsfest abgehalten worden sein. Doch, ob es diese Göttin Ostera überhaupt gab, ist strittig. Austro oder Osten scheinen als Herkunft logisch zu sein, denn auch in den frühen Morgenstunden soll Jesu auferstanden sein. Daher scheint es sehr gut möglich, dass das germanische Fest für die Göttin und zur Begrüßung der warmen Jahreszeit durch die christliche Auferstehung ersetzt wurde.

Der Osterhase: Vierbeiniger Eierlieferant

Osterbrauch: Der Osterhase bringt das Osterei

Hasen kamen im Frühjahr auf Nahrungssuche in die Dörfer. Den Kindern wurde erzählt, sie brächten die versteckten Ostereier. Foto: © Fotolia

Der Osterhase ist heute der klassische, österliche Eierlieferant. Erste Erwähnungen des Osterhasen gab es 1678 von Georg Franck von Frankenau, einem Medizinprofessor aus Heidelberg. Belegbar ist, dass der Osterbrauch des Osterhasens zu dieser Zeit in der Pfalz, am Oberrhein und im Elsass sich etablierte. Der Grund ist einfach. Der Hase kam zu Beginn des Frühlings in die Dörfer auf der Suche nach Futter. Und da Eltern in der Erklärungsnot waren, woher die schon damals im Garten versteckten Eier kamen, die noch dazu gefärbt waren, wurde dies dem flinken Osterhasen zugesprochen. Heute ist die Legende vom eierbringenden Osterhase der Grund dafür, dass er, neben dem Weihnachtsmann und der eigentlichen Ostereier, der Schokoladenindustrie eine gute Saison beschert.

Das Osterei: Symbol des Lebens und der Reinheit

Das Ei ist in der Menschheitsgeschichte eines der wichtigsten Symbole. Es steht für Fruchtbarkeit, Reinheit, war Opfer oder Liebesbeweis und diente im Mittelalter der Bezahlung des sogenannten Fleisch- oder Blutzehnt, der auf geschlachtete Tiere, Eier oder Milch erhoben wurde. Auch als Grabbeigabe wurden Eier in fast zweitausend Jahre alten römisch-germanischen Gräbern wurden Eier nachgewiesen. Heute wird dieser Osterbrauch modern fortgeführt, werden nicht nur Ostereier bemalt oder gefärbt, sondern in vielen Variationen als Schoko-Ostereier verschenkt und immer noch versteckt.

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Das Osterlamm: Nicht heidnisch, sondern jüdischer Brauch

Osterbrauch_Osterlamm

Das Osterlamm, traditionell gebacken, kommt aus dem jüdisch-christlichen Pessach-Fest. Foto: © iStockphoto/ Thinkstock 

Das Osterlamm hat einen festen Platz in der christlichen Feier des Osterfestes. Noch heute wird es beispielsweise in einer Form mit Bisquit gebacken. Der Brauch ist alt und entstammt dem jüdischen Pessachfest zu dem immer auch ein Lamm geschlachtet wurde. Dies geschah und geschieht in Gedenken an Gott wodurch es zum christlichen Symbol wurde, zum Lamm Gottes.

Osterfeuer: Das Symbol des Lebens

Das heute weniger zelebrierte Osterfeuer gilt als Symbol für die lebenspendende Sonne, die nun zur Osterzeit die Erde zum Leben erweckt und für die Nahrung der Menschen sorgt. Eine Besonderheit der Osterbrauch des Osterrades. Heute noch wird im Weserbergland, in der Osterradstadt Lüdge zu Ostern der Osterräderlauf zelebriert. Ein brennendes Rad symbolisiert hierbei die kreisrunde Sonne. Die Symbolik des ursprünglich keltisch-germanischen Osterfeuers wurde erneut christlich umgedeutet, als Symbol des Glaubens, der als Basis allen Lebens gilt.

Germanische Feste, christlich umgedeutet

Bis auf ein germanisches Fest, wurden alle großen, heidnischen Feste durch christliche Feste mit neuer Bedeutung ersetzt. Ein Beispiel ist das Sommersonnenwendfest mit dem Sonnenfeuer. Dies wurde zum Johannisfest mit einem Johannisfeuer. Auch für die Wintersonnenwende wurde von der christlichen Kirche ein Ersatz gefunden. Das Julfest genannte Ereignis wurde von den Kirchenfürsten im 4. Jahrhundert zum christlichen Weihnachtsfest. Nur ein germanisches Fest hatte Bestand. Das Erntedankfest.

Introbild: © selensergen - Fotolia.com / Text: Jürgen Rösemeier