Über den Tellerrand: Kochen mit Flüchtlingen
Integration von Flüchtlingen

Über den Tellerrand: Kochen mit Flüchtlingen

In den vergangenen Jahren sind viele Geflüchtete nach Deutschland gekommen. Neben wirtschaftlichen Herausforderungen sieht sich unsere Gesellschaft vor allem mit kulturellen Unterschieden konfrontiert. Immer mehr Initiativen versuchen möglichen Hemmschwellen entgegen zu wirken indem sie Berührungspunkte schaffen. 

Seit dreieinhalb Jahren gibt es Über den Tellerrand nun schon. Was als ehrenamtliches Gemeinschaftsprojekt begann, wurde im Januar 2015 ein offizieller, gemeinnütziger Verein. Er startete als Begegnungsstätte in Berlin und hat sich zu einem deutschlandweiten Netzwerk mit vielen Anlaufstellen entwickelt. Die Zentrale ist jedoch in der Hauptstadt geblieben. Mitten in der Innenstadt gibt es eine 120 Quadratmeter große Begegnungsstätte, auf der man gerne mal auf einen Ansprechpartner trifft. Auf dem Platz finden aber auch regelmäßig Veranstaltungen wie Unterricht im Zeichnen, ein Chor oder Sprachtandem-Treffen statt. Außerhalb des Hauptquartiers locken ein, zusammen mit der TU Berlin und der BioInsel gemeinsamer Inselgarten, Einführungskurse ins Imkern oder die Möglichkeit mit anderen Fußballinteressierten Bälle zu kicken.

Über den Tellerrand: Kochen mit Flüchtlingen

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Kulturelle Barrieren auflösen

Der Verein möchte ein Bewusstsein schaffen für eine Welt, die von sozialem Zusammenhalt, gegenseitigem Respekt und Offenheit gegenüber kultureller Vielfalt geprägt wird. Indem Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zusammen gebracht werden, soll ihre Wahrnehmung für gemeinsame Gestaltungs­möglich­keiten geschärft werden. Ein kleiner Kern studierter Mitarbeiter koordiniert die interkulturellen Gemeinschaften und baut das Netzwerk stetig weiter aus. Inzwischen engagieren sich um die 1 500 Ehrenamtliche in 25 Städten.

Eine Prise Heimat

Es erschienen bereits zwei Kochbücher mit Gerichten von Flüchtlingen

Kulinarisch Grenzen überschreiten

Das Netzwerk vergrößert sich stetig und schafft eine Brücke zwischen Kulturen, auf der man sich auf Augenhöhe begegnet. Einen roten Faden des Vereins bildet die Begegnung über die Geschmacksnerven. Ende 2014 erschien das erste von inzwischen zwei Kochbüchern mit Gerichten von Flüchtlingen. Von Anfang an spielten Kochevents verschiedener Art eine elementare Rolle im Programm des Vereins. Ob Kochkurs bei einem Geflohenen für Kleingruppen, Kitchen on the Run oder gemeinsames Kochen – die Gestaltungs­mög­lich­keiten dieser Aktionen sind so vielseitig wie ihre Teilnehmer.

Trotz der oft noch vorherrschenden sprachlichen Barriere findet bei diesen Treffen eine Kommunikation statt: Nonverbal über das Essen aus fernen Ländern oder aber durch die Interaktion beim gemeinsamen Kochen. Schnell wird klar, dass man nicht viele Worte braucht, um zusammen zu lachen oder zu arbeiten.

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Falls jemand vor Ort ist, der übersetzen kann oder die Flüchtlinge bereits Deutsch oder Englisch sprechen, steht einem regen Austausch natürlich noch weniger im Wege. Auf diese Weise können ganz unvermittelt Fragen gestellt und mögliche Skepsis gegenüber der jeweils fremden Kultur abgebaut werden. Der Austausch fördert hier Verständnis, Akzeptanz und Mitgefühl. Je nachdem, ob man einmalig an so einer Aktion teilnimmt oder sich regelmäßig engagiert, entstehen Freundschaften und Hilfestellungen über den Rahmen des Vereins werden fortgesetzt.

Weitere Informationen finden Sie unter: ueberdentellerrand.org

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Quellen: Über den Tellerrand, Bilder: Über den Tellerrand/carina adam, Text: Jasmine Barendt