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Ein geflüchtetes Mädchen in einer Zeltstadt
Humanitäre Hilfe

Kampagne für nachhaltige Flüchtlingshilfe

Zu den drängendsten Problemen der Gegenwart gehören ohne Frage der Klimawandel und die weltweite Flüchtlingskrise. Glaubt man den Experten, werden sich die beiden in der Zukunft noch stärker gegenseitig bedingen. Eine Kampagne verbindet sie auf positive Art und Weise.

Das 21. Jahrhundert ist zweifellos ein „Jahrhundert der Migration“. Die weltweite Flüchtlingskrise beschäftigt uns seit Jahren und ein Ende ist nicht in Sicht. Neben unzähligen Menschen, die vor Gewalt und Krieg oder aus Existenznot ihre Heimat verlassen, gibt es jetzt schon eine riesige Zahl sogenannter Klimaflüchtlinge. Noch wird das Problem Klimaflucht kaum wahr- geschweige denn ernst genommen, doch wissenschaftlichen Prognosen zufolge werden bis zum Jahr 2050 bis zu 350 Millionen Menschen vor den Folgen des Klimawandels auf der Flucht sein.

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Erneuerbare Energien für Flüchtlingsfamilien

Gerade vor diesem Hintergrund trifft die weltweite Kampagne von IKEA ins Schwarze. Unter dem Motto „Ein Licht für eine bessere Zukunft“ sammelte das schwedische Möbelhaus in den letzten drei Jahren insgesamt mehr als 30 Millionen Euro für das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR. Das Geld kommt Flüchtlingsfamilien in Asien, Afrika und dem Nahen Osten auf eine außergewöhnliche Art und Weise zugute: Die Notunterkünfte, in denen sich unzählige Flüchtlinge nach wie vor aufhalten, werden mit erneuerbaren Energiequellen versorgt. Dabei orientiert sich UNHCR an den Bedingungen vor Ort und schlägt sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Bau einer Solarfarm im jordanischen Lager Azraq deckt nicht nur den Bedarf von rund 60.000 Flüchtlingen, sondern verringert außerdem den CO2-Ausstoß im Vergleich zur herkömmlichen Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen um mehr als 3.000 Tonnen pro Jahr.

Erneuerbare Energien für Flüchtlingsfamilien

Erfolge in jordanischen und äthiopischen Flüchtlingslagern

Die Ausstattung mit Licht aus erneuerbaren Energien sorgt vor allem nachts für eine größere Sicherheit in den teils riesigen Flüchtlingslagern: In Jordanien und Äthiopien wurden bereits mehr als 50.000 Solarlaternen verteilt und rund 700 solarbetrieben Straßenlaternen installiert. In Bangladesch versorgen rund 20 neu gebaute Biogasanlagen mehr als 200 Flüchtlingsfamilien mit erneuerbarer Energie aus organischen Abfällen, die diese zum Kochen nutzen. Dort, in Äthiopien und im Tschad konnten außerdem fast 40.000 Flüchtlingskinder eingeschult und mehr als 700 Lehrer neue Lehrer ausgebildet werden.

Die Kampagne von IKEA lief über mehrere Zeiträume, zuletzt kamen vom 29. November bis 19. Dezember 2015 weltweit über 12 Millionen Euro zusammen. Mehr als 300 Möbelhäuser in 40 Ländern beteiligten sich an der Aktion, in deren Rahmen die IKEA Foundation einen Euro für jedes in den Märkten oder online verkauften LED-Produkte an die UNHCR spendete.

Erfolge in jordanischen und äthiopischen Flüchtlingslagern

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Quelle: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG, Bild: Inter IKEA Systems B.V. 2016, depositphotos/Madrabothair/redekprocyk,Text:  Ronja Kieffer