Kork Haus organisch in grüne Umgebung gebaut
Umweltfreundlicher Arbeitsplatz

Ein Mini-Atelier aus Kork in Londoners Hinterhofgärten

Nachhaltige Baumaterialien zeitgemäß interpretieren. Wie das geht, zeigt das Londoner Architekturbüro Surman Weston. Deren Kork Studie ist ein beispielhaftes Projekt, wie viel umweltfreundlicher Arbeitsplatz auf wenig Fläche entstehen kann und optisch mit der Natur verschmilzt.

Kork als nachhaltiger Baustoff wird immer beliebter. Kein Wunder, denn die modernen tiny houses fügen sich damit wie ein Chamäleon in ihre natürliche Umgebung ein, ohne an stilvoller Architektur einzubüßen. Die Kork Studie der Londoner Architekten Tom Surman und Percy Westen zeigt, wie sich aus umweltfreundlichen Materialien ein zeitgemäßes Atelierhaus gestalten lässt.

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Kork Haus organisch in grüne Umgebung gebaut

Riesiges Oberlicht sorgt für ausreichend Tageslicht, © Wai Ming Ng

Ein Atelier für zwei Künstler

Als Arbeitsort für einen Musiker und eine Näherin entwarfen die beiden Architekten ein korkverkleidetes Studio für ein Minigrundstück in North London Garden. Die extrem enge Seite und das Grün der benachbarten Gärten waren bedeutende Designtreiber für das Konstrukt. Um die modernen Arbeitsräume so natürlich wie möglich in die Umgebung zu integrieren, wurde die Studie komplett in eine Korkhülle verpackt, die gleichzeitig einen wetterfeste Schicht bildet und als thermische und akustische Isolation wirkt. Die natürliche Oberfläche des dicken Korks kombiniert mit einem wildem Blumendach lässt das Gebäude in seiner organisch-grüne Umgebung fast unsichtbar werden.

Kork Haus organisch in grüne Umgebung gebaut

Ein vertikales Fenster trennt die Arbeitsplätze, © Wai Ming Ng

Ein großes Oberlicht lässt viel Tageslicht in den Innenraum und sorgt, gepaart mit einer durchgängigen Birkensperrholzverkleidung der Wände, für eine warme und freundliche Atmosphäre. Ebenfalls aus hellem Birkensperrholz gefertigt sind die Möbel. Um der kleinen Grundfläche mehr Fläche und Tiefe zu vermitteln, sind sie losgelöst von den Wänden und freitragend. Die Arbeitsbereiche des Paares sind durch ein schmales, vertikales Fenster geteilt. So entstehen auf der einen Seite neue Kleidungsstücke  und auf der anderen Seite neue Songs.

Kork Haus organisch in grüne Umgebung gebaut

Organische Korkverkleidung als thermische und akustische Isolierung, © Wai Ming Ng

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Kork Haus organisch in grüne Umgebung gebaut

Flachdach mit Wildblumen, © Wai Ming Ng

In Londoner Hinterhofgärten integriert

Ein weiteres Highlight ist die große, in Eiche gerahmte, Panoramaschiebetür. Während sie einerseits den Innenraum von der Gartenanlage trennt und damit schließt, kann sie andererseits komplett aufgeschoben werden, wodurch die Schwelle zwischen dem Außen- und Innen­bereich verwischt. Das würfelartige Gebäude wurde perfekt an den schmalen, grünen Hinterhof angepasst. Durch die natürliche Wärmedämmung und Lichtquellen kann fast das ganze Jahr hindurch ohne Heizung und Lampen gearbeitet werden. Das offene Design und die gewählten Materialien vergrößern geschickt die kleine Fläche und schaffen Behaglichkeit ohne Einzuengen.

Insgesamt ist die Kork Studie von Surman Weston ein außergewöhnlich nachhaltiges Projekt. Die durchgängigen Holzelemente und Holzvertäfelungen sowie das Flachdach mit Wildblumen fusionieren mit ihrer Korkverkleidung zu einem konsequent ökologischen Bausystem. Kork als nachwachsender Rohstoff erweist sich als natürliches Material für den Hausbau zunehmender Beliebtheit, da es direkt in seinem ursprünglichen Zustand verarbeitet werden kann und die Umwelt schont.

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Quellen: Surman Weston, Bilder: © Wai Ming Ng, Text: Tine Esser