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Selbstliebe lernen und sich selbst treu sein
Selbstliebe lernen

Bist du ein Ja-Sager? Sei dir selbst treu – so gelingt es

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, so steht es schon in der Bibel geschrieben. Die Selbstliebe steht also an erster Stelle, denn sie ist die Voraussetzung um überhaupt lieben zu können. Doch was ist wenn man die anderen mehr liebt als sich selbst? Wenn man sich klein macht, verurteilt und nicht zu sich steht? Folgende Tipps können dir auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen und Selbstliebe helfen.

Nichts ist so kostbar, wie das Gefühl, um seiner selbst willen geliebt zu werden – eben weil man so ist, wie man ist. Natürlich ist es schmerzhaft, wenn wir nicht ebenbürtig zurückgeliebt oder kritisiert werden, aber wäre es nicht viel schlimmer Beziehungen einzugehen, die nur entstehen, weil man sich verbiegt und anpasst, indem man den anderen von der eigenen Liebenswürdigkeit überzeugen will?

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Wer diesen Weg geht, läuft stets Gefahr, alles aufzugeben, was das eigene Selbst ausmacht. Und das hinterlässt oftmals eine tiefe Leere, die keine Beziehung im Außen füllen kann. Sollte es deswegen nicht oberste Priorität sein, sich selbst treu zu bleiben? Nach diesem Prinzip zu handeln schließt ja nicht aus, sich um andere zu bemühen, es heißt nur, ihnen nicht um jeden Preis gefallen zu wollen. Das gilt für den Partner genauso wie für Familie und Freunde. 

Wer auf sich selbst und seine Bedürfnisse achtet, ist authentisch, strahlt Zufriedenheit und Zuversicht aus; fühlt sich wohl mit sich und ist nicht auf die Anerkennung anderer angewiesen. Deshalb glauben wir, dass es wichtig ist, sich öfter mal an die erste Stelle zu setzen. Wie das ohne schlechtes Gewissen gelingen kann, erfährst du hier.

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Was ist dir dein Leben wert?

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Selbstliebe ist die Voraussetzung, um überhaupt lieben zu können

Frage dich selber: Was ist dir dein Leben wert? Würdest du dir wünschen dein Leben voll und ganz zu genießen oder bist du vielleicht zufrieden damit in der Rolle zu leben, die die anderen dir zuschreiben?

Ist es wirklich 100% Leben wenn man den Definitionen und Erwartungen der anderen entspricht oder eher ein langsames Sterben voller Verpflichtungen und Selbstnegierungen? 

Jeder wurde mit einzigartigen Talenten und Fähigkeiten geboren. Die Welt wird diese Gaben aber nur empfangen, wenn wir gewillt sind authentisch aufzutreten und sie zu teilen. Was für Gaben, Möglichkeiten und Talente hast du vielleicht, von denen du gar nichts weißt? Und wie würde sich deine Welt verändern, wenn du sie teilen würdest? 

Sei ehrlich zu dir

Es fängt mit einem ehrlichen Zugeständnis an, in dem du dir z.B. eingestehst, dass du dich selbst in deinen Beziehungen völlig aufgegeben und die Bedürfnisse der anderen über deine eigenen gestellt hast. Bist du glücklich? Was fehlt dir? Lebst du bereits das Leben deiner Träume?

Beziehungsexperten raten sich folgende Fragen zu stellen

Wie oft kommen deine Wünsche und Bedürfnisse in deinen Beziehungen zum Ausdruck (egal ob es sich dabei um Paarbeziehungen, Beziehungen zu den Eltern oder zu Freunden handelt)? Werden deine Wünsche genauso respektiert oder geht es meistens nach der Nase der anderen?  

Sieh‘ es mal so: wenn du dir nicht erlaubst dich in deiner Beziehung ganz zu zeigen, hälst du auch deinem Partner dein höheres, besseres Selbst vor, in das er sich zu Beginn verliebt hat.

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Hör‘ auf dich runterzumachen

Um von der Selbstkasteiung und Selbstnegierung wegzukommen, hilft es, sich das Gefühl vorzustellen, wie es wäre, wenn die eigenen Wünsche und Entscheidungen ständig übergangen würden. Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie selbst ihr schärfster Kritiker sind, indem sie sich Sachen an den Kopf werfen, die ihr ärgster Feind nicht mal aussprechen würde.

Hör‘ auf dich und andere zu verurteilen

Wenn du das, was in deinem Leben und in deinen Beziehungen passiert, gerne ändern würdest, minimiere deine Urteile und Verurteilungen dir selbst und den anderen gegenüber.

Wenn du die Verurteilungen aufgibst, kannst du dir z.B. endlich Handlungen und Entscheidungen aus deiner Vergangenheit ansehen und verstehen, dass sie weder falsch noch richtig waren – sie waren einfach die besten Entscheidungen, die du damals treffen konntest.

Es geht nicht darum dich mit anderen zu vergleichen und dich in irgendeiner Weise zu bewerten. Es geht wahrhaftig nur um den Zauber, der dich umgibt, wenn du die Entscheidung trifftst, dich voll und ganz zu zeigen und zu leben. 

Wenn du dich dazu entscheidest, ganz zu dir zu stehen und dich zu zeigen, werden sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Veränderungen in Bereichen auftun, mit denen du wirklich nicht gerechnet hättest.

Trau dich auch mal „nein“ zu sagen

Zu einem vollkommen authentischen Leben, gehört auch das „Nein-Sagen“ dazu. Doch gerade das fällt vielen Menschen extrem schwer. Dann werden Jobs angenommen, die man eigentlich nicht möchte, Partner geheiratet, an denen man zweifelt und Situationen eingegangen, zu denen man noch nicht bereit ist.

Natürlich müssen wir alle hin und wieder Dinge tun, die wir nicht wollen – das ist Teil des Lebens. Aber viele Menschen stimmen aus Angst vor Ablehnung sogar Dingen zu, die sie nicht mal machen müssten. Wir möchten, dass andere uns mögen und akzeptieren; wir wollen ihre Erwartungen erfüllen, um ihnen zu gefallen.

Es kann schmerzlich sein, jemanden, der uns wichtig ist zu enttäuschen und die Erwartungen, die er an uns hat, nicht zu erfüllen. Manchmal kann ein „Nein“ eben auch verletzend für den anderen sein. Aber genauso wäre es das für uns, wenn wir „ja“ sagen, obwohl wir es nicht meinen.

Sich selbst zu schätzen ist das Wichtigste

Sich selbst zu schätzen ist das Wichtigste

Es stimmt: manchmal kann man mit einem „Nein“ die Gefühle des anderen verletzen und manchmal enttäuschen wir damit ausgerechnet die, die wir lieben.

Aber wir sind genauso Menschen mit Wünschen und Bedürfnissen und würden bereuen, wenn wir diese übergehen würden. Das würde nur dazu führen, dass wir noch kritischer über uns selber denken und die Spirale der Selbstnegierung verstärken, was zu Angstsymptomen und Depressionen führen kann.

Wenn du das Gefühl hast, du steckst zu viel Zeit in Aktivitäten und Beziehungen, die dich erschöpft und unglücklich fühlen lassen, solltest du öfter mal „nein“ sagen!

1. Was sagt dein Körper?

Wenn du um einen Gefallen gebeteten wirst, eine Einladung bekommst oder auf irgendeine Art und Weise deine Zeit und Energie gefordert wird: nimm dir einen Moment Zeit und schaue wie dein Körper reagiert. Zeigt dein Körper plötzliche Symptome in Form von starker Müdigkeit oder Kopfschmerzen, so ist das ein Zeichen dafür, dass du „nein“ sagen solltest. Dein Körper ist sehr weise und wird dir immer zeigen, wenn etwas falsch ist.

2. Willst du das wirklich?

Frage dich kontinuierlich: “Will ich das wirklich?” Wenn die Antwort nicht klar ist, gebe dir noch Zeit. Wenn es sich um eine komplexe Entscheidung handelt, kann es helfen mit jemandem darüber zu sprechen, dem du vertraust.

3. Nimm’ dir Zeit bevor du antwortest

Kennst du auch diese Menschen, die auf jede Frage mit „warte, darüber muss ich erstmal einen Moment lang nachdenken“ antworten? Brillant, denn sie geben sich die Zeit, um herauszufinden, ob sie etwas wirklich wollen. Außerdem gibt es nur sehr wenige Anfragen und Einladungen, die sofort beantwortet werden müssen. Anstatt also sofort mit „ja“ oder „sicher“ zu antworten, solltest du dir etwas Zeit für eine Nachdenkpause gönnen.

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4. Übe an den kleinen Dingen

Step by step: Beginne damit zu den kleinen Dingen im Alltag “nein” zu sagen. Das kann der Staubsaugervertreter an der Haustür, eine Einladung von Freunden oder die x-ten Überstunden auf der Arbeit betreffen. Je mehr du übst, desto leichter wird es. 

5. Suche nicht nach fadenscheinigen Ausreden 

Wenn du beispielsweise zu einer Party eingeladen wirst, aber dir lieber einen gemütlichen Abend Zuhause machen möchtest – sag es! Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, dich zu entschuldigen oder dir fadenscheinige Ausreden auszudenken. Menschen sind meistens gar nicht an deinen Entschuldigungen und Ausreden interessiert, sie möchten nur wissen ob du kannst oder nicht. Einfach „nein“ zu sagen – aus welchem Grund auch immer – reicht meistens aus.

Wenn du bisher immer ein Ja-Sager warst, wird es deinem Umfeld möglicherweise schwer fallen, sich an deine neue Authentizität zu gewöhnen, aber es lohnt sich durchzuhalten!

Wahrhaftig “nein” zu sagen, wenn man es so meint, ist eine Lebensaufgabe. Manche Menschen machen es automatisch, andere brauchen Zeit um sich daran zu gewöhnen. Es fühlt sich zuerst vielleicht falsch an jemanden zu enttäuschen, aber es ist notwendig um dein wahres Ich zu leben.

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Quellen: Bilder: Unsplash/rawpixel, Brooke Cagle; Depositphotos/alebloshka, Text: Meike Riebe