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Julia Ickert – Mit nachhaltiger Mode die Welt retten
NINA REIN Mit nachhaltiger Mode die Welt retten
Julia Ickert

Julia Ickert

„Ich habe bis zu 20 Artikel im Monat entworfen und bearbeitet. Das waren einfach zu viele“. Julia Ickert ist fasziniert von Innovation und Optimierung. In ihrem Beruf als Modedesignerin bei großen Modefirmen wie Comma oder Daniel Hechter konnte sie das jedoch nicht auf die Art und Weise ausleben, dass es auch zu ihren persönlichen Werten passte. Und so gründete sie 2018 kurzerhand ihr eigenes Modelabel: NINA REIN.

Mit NINA REIN will Julia Ickert die Modewelt verändern

Mit einer Bio-Banane fing alles an. Überall konnte man über die Unterschiede und Auswirkungen von Bio- und konventionellen Lebensmitteln lesen. In der Modewelt wurde jedoch kaum über die Herstellung der Mode und ihre Auswirkungen auf die Umwelt gesprochen. Und auch Julia hatte sich bis dato noch keine großen Gedanken darüber gemacht.

Doch es gab immer mehr Impulse, die darauf hindeuteten, dass sie auch beruflich in eine andere Richtung gehen muss. Sie wollte mit ihrem Handeln niemandem mehr schaden. Sie schaute sich nach fairen Modelabels um, die im Design ihren Werten auch ihren Vorstellungen entsprachen. Aber sie wurde nicht fündig. Julia vermisste auf dem Modemarkt eine feminine Kollektion für die erwachsene Frau, die einen gewissen Dresscode tragen will – und die zugleich fair und ökologisch produziert ist.

 

Nina Rein - nachhaltiger Jumpsuit

Das Modelabel NINA REIN verbindet Innovation, Nachhaltigkeit und Stil

Sie träumte von einem nachhaltigen Unternehmen in Eigenregie. Doch der Mode wollte sie treu bleiben. Denn Mode fasziniert die 36-Jährige – und das nicht nur wegen der Kleidung, sondern auch wegen der Vielfalt. Julia sagt über sich selbst, dass sie sich schon immer gerne hohe Ziele gesetzt habe und diese auch immer erreichen konnte, auch wenn der Weg mal steinig war. Und so fiel der Entschluss, ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Mit einem eigenen Modelabel konnte sie ihrem Beruf an Modedesignerin, den sie über alles liebt, weiter ausüben – und zugleich die anderen Bereiche, die ihr wichtig sind, integrieren: Innovation und Nachhaltigkeit. Auch, dass es inzwischen bereits viele faire Modelabels auf dem Markt gibt, schreckte sie nicht ab. Denn ihrer Meinung nach kann es davon nicht genug geben. „Erst wenn alle Modelabes nachhaltig handeln, haben wir die Modewelt verändert.“

Mit der Gründung von NINA REIN, was übrigens der Mädchenname von Julias Mutter ist, wollte sie ein nachhaltiges Modelabel schaffen, das den Bedürfnissen von Businessfrauen und Frauen, die geschmackvoll und mit Stil auffallen wollen, gerecht werden sollte.

 

Nina Rein - nachhaltiges rotes Kleid

NINA REIN: Wassersparende Prozesse, kurze Transportwege und ressourcenschonend

Als Julia NINA REIN gegründet hat, setzte sie von Anfang an auf Nachhaltigkeit im ganzheitlichen Sinn. Sie bezieht nur Stoffe aus natürlichen Rohstoffen und welche, die zertifiziert und biologisch abbaubar sind. Gleiches gilt auch für Materialien wie Knöpfe und Garne.

In der Produktion setzt sie auf wassersparende Prozesse, eine Herstellung in Europa, um Transportwege zu minimieren und Chemikalienreduzierung. Julia ist es wichtig, dass weder die Umwelt noch die Menschen entlang der Lieferkette vom Bauer bis hin zur NäherIn nicht in Kontakt mit giftigen Chemikalien kommen. Dementsprechend wählt sie auch die Unternehmen aus, mit denen sie für NINA REIN zusammenarbeitet. 

Sie selbst seien ein transparentes Unternehmen, das erwarte sie auch von ihren Partnern. Die meisten haben daher ein Siegel, das Nachhaltigkeit und Fairness bestätigt. Aber Julia überzeugt sich auch gerne selbst von den Bedingungen vor Ort und lernt ihre Lieferanten persönlich kennen, solange das umwelttechnisch möglich ist. Ansonsten vertraut sie auf die Kommunikation mit den Partnern und steht in engem Kontakt mit ihren SchnittmacherInnen und NäherInnen. Sie vergibt keine Aufträge, die nur in Akkordarbeit im Sinne von Fast Fashion erfüllt werden können.

 


 

Nina Rein - nachhaltiges gelbes Kleid

In Punkto Nachhaltigkeit ist Julia Ickert mit NINA REIN noch nicht am Ziel

Auch wenn bei NINA REIN in Sachen Nachhaltigkeit schon viel getan wird, ist Julia noch längst nicht am Ziel. Es gibt noch einige Punkte entlang der Wertschöpfungskette, die die Gründerin optimieren will.

Bei den Reißverschlüssen ist Julia beispielsweise noch auf der Suche nach einer innovativen Lösung, denn die seien noch aus Polyester. Ebenso wollen sie bei NINA REIN langfristig Retouren vermeiden, ein Nachhaltigkeitssiegel holen und die Art des Versands verbessern. Sie arbeitet deshalb an einem neuen Konzept für ihren Produktauftritt und denkt über Leihboxen für den Versand nach. Julia ist der Meinung, dass es bei einem nachhaltigen Modelabel nicht nur um Mode geht, sondern auch um einen fairen Shopping- und Versandprozess.

Man müsse sich nur einmal überlegen, wie viele Menschen an einem Kleidungsstück beteiligt sind: NäherInnen, SchnittmacherInnen, EinkäuferInnen, VerkäuferInnen, DesignerInnen und Spediteure. All diese Menschen verdienen und haben laut Julia ein Recht auf Wertschätzung, gute Arbeitsbedingungen, einen fairen Lohn und eine saubere Umwelt. Mit 10 Euro für ein T-Shirt sei das allerdings nicht realisierbar.

Und wie sieht es in ihrem eigenen Kleiderschrank in Sachen Nachhaltigkeit aus? Ihr Kleiderschrank ist ein Mix aus Klassikern und Lieblingsteilen in minimalistischer Auswahl. Weniger ist einfach mehr. Aber Julia verrät, dass auch sie das ein oder andere unnötige Teil noch mit sich rumschleppt – zum Beispiel aus nostalgischen Gründen.

 


 

Nina Rein - Leinen Hosenanzug

NINA REIN steht für mehr Wertschätzung für Kleidung

Dennoch ist für Julia eine Veränderung in der Modewelt unumgänglich. „Wir brauchen weniger und in besserer Qualität. Die Wertschätzung für unsere Kleidung und auch für den Herstellungsprozess muss wieder hergestellt werden“, so die Gründerin von NINA REIN.

Julia arbeitet deshalb aber nicht nur permanent daran, ihr eigenes Unternehmen nachhaltiger und umweltschonender zu gestalten, sondern hält auch die Augen nach Innovationen auf, die diesen Prozess begünstigen. Gerade bei Stoffen findet sie neue Kreationen faszinierend. Allerdings beäugt sie diese auch kritisch. „Nicht nur das Endprodukt ist ausschlaggeben, auch der Anbau und die Herstellung müssen betrachtet werden“. Sie sieht deshalb zunächst das größte Potenzial in nachwachsenden Rohstoffen.

In ihrer aktuellen Kollektion lassen sich deshalb Stoffe wie Leinen, Lyocell und Seide finden. Sie wirken elegant, setzen den weiblichen Körper in Szene – und beweisen, dass man getreu dem Motto von NINA REIN „nicht Öko aussehen muss, um die Welt zu retten.“

 

Susanne Kinast und Julia Ickert

Mitarbeiterin Susanne Kinast und Gründerin Julia Ickert, Foto: Alena Kayumova

Kontakt

Website: www.ninarein.com

E-Mail: service(at)ninarein.com
Tel: +49 8142 6695947

Instagram: www.instagram.com/ninareinfashion
Facebook: www.facebook.com/ninareinfashion

 

Quellen: Bilder: NINA REIN, Text: Ulrike Stöckle