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Die Gipfelplattform bei Sonnenschein

Dem Himmel so nah

Weit oben, fern ab von Großstadtlärm und Zivilisation wurde eine futuristische Gipfelplattform gebaut, die es den Besuchern ermöglicht, den beeindruckenden Stubaier Gletscher in seiner ganzen Schönheit zu betrachten. Und das in über 3000 m Höhe. Ein Himmelfahrtskommando für die Architekten und Bauherrn.

Eisig fegt der Wind über die vereisten Gipfel und die Sonne hat sich hinter den schweren grauen Wolken verkrochen. Beinahe eine Endzeitstimmung liegt über den Tiroler Bergen und Väterchen Frost hat die raue Landschaft mit einem weißen Tuch aus Eis und Schnee überzogen. Nur wenige mutige Wanderer haben sich in diese einsame Gegend gewagt und stehen beeindruckt vor diesem Winterpanorama auf der gigantisch hohen Gipfelplattform Top of Tyrol. Was für ein Abenteuer. Wer sich traut, auf diese Himmelsbrücke aus Holz und Metall zu steigen, muss schon frei von Höhenangst und Schwindel sein. Die schweren Stahlschwerter ragen neun Meter über die Felskante hinaus und bis zur Spitze der Plattform sind es spannende 70 Meter durch karstiges Gelände, geschützt durch Handlauf und Absturzsicherungen. Wer es aber geschafft hat, dort oben zu stehen, ist inmitten des Stubaier Gletschers angekommen und hat einen 360 Grad Blick auf  den großen Isidor, den 109 Dreitausender der Tiroler Alpen vom Zillertal, den Stubai Alpen bis zu den Dolomiten.

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Ein Meisterwerk der Architektur

Die Gipfelplattform Top of Tyrol ist ein nachhaltiges Meisterwerk der Architektur.

Top of Tyrol - Die Aussichtsplattform bei Schnee ©LAAC Architekten

Top of Tyrol - Die Aussichtsplattform bei Schnee ©LAAC Architekten

Zum einen wegen seiner unverwüstlichen Bauweise in 3180 Meter über dem Meeresspiegel. Die Plattform ist ein wetterfester Stahlaufbau und der Baugrundsatz des Tragbalken-Gitters gleicht einem umstrukturierten Bratrost. 15 Meter lange Felsenanker stecken tief in dem harten Gestein und sichern die Konstruktion aus 19 Tonnen Stahl. Das gesamte Konstrukt wurde aus der Luft per Hubschrauber gebaut und stellte eine Herausforderung an die Lastengrenze des Helikopters dar. Unbedingte Notwendigkeit der Planung waren daher ein hoher Vorfertigungsgrad, einfachste Montagestöße und Passgenauigkeit.

Zum anderen ist dieses Projekt so nachhaltig, weil des die Besucher einzigartig mit der Natur verbindet und in jedem das Gefühl der tiefen Verbundenheit wachruft. Die Plattform ist für die Besucher ein Ort des Friedens und der absoluten Ruhe. Und wenn der Weg zurück ins Tal führt, klingt der Wunsch nach Harmonie und Naturschutz noch lange in der Seele nach.

Projektdaten

  • Standort: Berg Isidor – Stubaier Gletscher in Triol. 3200m. Mit der Seilbahn zu erreichen.
  • Bauherr: Wintersport Tirol AG & Co, Stubaier Bergbahnen KG
  • Material: Wetterfestes Stahl, Lärchenholz, Edelstahlnetz
  • Design: LAAC Architekten, Innsbruck

Fotonachweis: LAAC Architekten
Text: Peter Rensch