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Aus überschüssigem Strom kann Kohlendioxid zu Erdgas umgewandelt werden © imantsu/ iStock/ Thinkstock
Klimakiller wird zum Klimaretter

Neues Verfahren entwickelt: Elektrolyse verwandelt Kohlendioxid in Erdgas

Kohlendioxid könnte zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden: Wissenschaftler der TU München entwickelten jetzt die Umwandlungsmethode, die das Treibhausgas durch Elektrolyse zu Erdgas optimiert.

Erneuerbare Energien sind ein wichtiges Thema der Energiewende, doch alle bisher entwickelten Energielieferanten haben ihre Tücken. Schieben sich Wolken vor die Sonne, bleibt die Solarstromproduktion aus, weht kein Wind, dann liefern Windparks keine Energie. Gleichzeitig gibt es wiederum Tage, an denen die Windkraftwerke abgeschaltet werden müssen, weil es zu viel Strom produziert wird und es noch keine geeignete Speichertechnologie gibt. Genau diesen Überschuss an Strom machen sich nun Wissenschaftler der TU München zusammen mit Forschern der Wacker Chemie AG und der Clariant AG zu Nutze und optimierten die schon seit 100 Jahren bekannte Umwandlung von Kohlendioxid in künstliches Erdgas mittels effizienter Katalysatoren weiter. Der dazu benötigte Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser mit Überschussstrom gewonnen. Im Rahmen ihres Projekts testeten die Wissenschaftler mehr als 250 Katalysatorsysteme, von denen sie die erfolgversprechendsten Kandidaten weiteroptimierten. Darunter befanden sich sowohl bereits verfügbare als auch im Rahmen des Projekts neu entwickelte Katalysatoren.

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Synthetisches Erdgas als Energiespeicher

Eine Herausforderung bei der Nutzung dieser Kohlendioxidquellen ist die Reinheit des Kohlendioxids, sowie die mehrstufige, viel Energie frei setzende Reaktion an sich. Doch den Forschern erscheint Methan als Speicherform besonders wertvoll, da es bereits ein Deutschland weites Verteilnetz für Erdgas gibt und Speicherkapazitäten, die selbst eine Flaute von mehreren Wochen überbrücken könnten. Darüber hinaus gibt es bereits Jahrzehnte lange Erfahrung mit der Verwendung von Erdgas als Treibstoff für Autos.

Quelle: TU München / Text: Christina Jung