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i phone 5: viel Leid bei Mensch und Schaden für die Umwelt

Die dunkle Seite des iPhone 5: Jeder will es und wird zum Umweltsünder

In den ersten 24 Stunden gingen weltweit zwei Millionen Vorbestellungen ein, für das Jahr werden alleine 58 Millionen Verkäufe des iPhone 5 erwartet. Noch mehr, als die Vorgängerversion. Dagegen berichten Reporter der englischen Zeitung Daily Mail über eine  Undercover-Reportage zu den unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei dem chinesischen Monteur Foxconn. Auch die Umwelt leidet erheblich.

Ein Smartphone, und besonders ein iPhone, ist wohl eines der angesagtesten Lifestyle-Produkte dieser Zeit. „Wie du hast das neue iPhone noch nicht?!“, ist ein Spruch, der jedem Städter im Alltag durchaus um die Ohren fliegen kann. Vom Normalbürger mit Handys mal ganz abgesehen. So wird es nun auch in Kürze wieder vielerorts lauten, wenn das in Massen georderte iPhone 5 wohl mit Verspätung ausgeliefert wird. Aktuell berichtete die Welt, dass es wohl ob der gigantischen Vorbestellungsmengen einen Monat oder mehr dauern kann, bis die ekstatischen Vorbesteller das smarte Gerät in Händen halten.

Ein Reporter der Shanghaier Evenign Post indes berichtet Haarsträubendes aus dem 1,2 Millionen Arbeiter beschäftigenden Unternehmen. Extremer Arbeitsdruck ohne jegliche Pausen, Dreck, Gestank und Kakerlaken in den Unterkünften, mit Asche und Dreck übersäte Laken und kaum bezahlte Überstunden seien der Alltag. „Es sollte euch eine Ehre sein das iPhone von Apple zusammenzuschrauben“, heißt es bei Beschwerden der Arbeiter.

Am zweiten Tag seiner 10-tägigen, investigativen Arbeit unterschrieb er einen Arbeitsvertrag, der folgendes erwähnte: Dass es zu „möglichen gesundheitsgefährdenden Effekten durch die Arbeit in der Produktion kommen kann“. Dies soll jeder bestätigen, der bei FoxConn einen Arbeitsvertrag bekommen möchte.

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Folgende Punkte stellte Apple 2011 in 229 Audits bei weltweit 158 Zulieferern fest:

  • 58 Unternehmen kontrollieren und filtern ihre Abgase nicht
  • 69 entsorgen oder recyceln ihre giftigen Chemikalien trotz gesetzlicher Vorschriften nicht
  • 112 gehen nicht vorschriftsmäßig mit giftigen Chemikalien um

Und dies sind die Folgen und Auswirkungen (laut www.mbaonline.com) dieser und weiterer Konsumgüterproduktionen in China:

  • Eine staatliche Untersuchung in China hat ergeben, dass 43,2 % der Flüsse nicht dazu geeignet sind, dass der Mensch ob deren Verschmutzung mit deren Wasser in Kontakt kommt
  • 750.000 Chinesen sterben jährlich an Luftverschmutzung
  • 80 % der zu recycelnden iPhones kommen zur Wiedergewinnung von Rohstoffen nach Guiyu, China
  • Die Stadt hat eine 6x höhere Fehlgeburtenrate wie der Landesdurchschnitt
  • 7 von 10 Kindern haben zu viel Blei im Blut
  • Der Ort hat die größte Konzentration von krebserregendem Dioxin in der Umwelt auf der ganzen Welt.
  • Und der Verdienst der Arbeiter: Eine der vielen Fabriken von FoxConn kann in der Minute 90 iPhones im Wert von 17.190 Dollar (Daten von iPhone 4) herstellen; das 11-fache des Jahresverdienstes eines Arbeiters.

Das Motto „Reduce and Reuse“ sollte vielleicht öfter beherzigt und nicht jedem Trend gefolgt werden.

Hier nochmal ein ausführlicher Überblick aus dem Frühjahr, als es bereits Berichte um Skandale in den Produktionsstätten gegeben hat. Geschäftsführer des weltweit wertvollsten Unternehmens Tim Cook gelobte damals Besserung. Der Apple-Skandal. Und hier lesen Sie über Chinas rasantes Wirtschaftswachstum und die Schattenseiten.

Und wie sieht es bei den anderen Herstellern aus? Sicherlich nicht viel besser, um zahlbare Preise am Markt anbieten zu können… Ab 2013 ist übrigens das erste nachhaltige Smartphone erhältlich. Die Hülle des ADzero eines findigen englischen Designers wird aus nachhaltig produziertem Bambus bestehen.

Quellen: Daily Mail, mbaonline.vom, Text: Jürgen Rösemeier