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Weg vom Stress des Alltags und rein in den nachhaltigen Urlaub.

Was ist eigentlich nachhaltiger Tourismus?

Tourismus, insbesondere in ferne Länder, steht wegen seiner negativen Wirkung auf Umwelt, CO2-Ausstoß und damit auf das Klima schon lange in der Kritik. Als Urlaubs-Alternative kommt heute die Idee des «nachhaltigen Tourismus» ins Spiel. Doch was ist das genau und wie mache ich nachhaltig Urlaub?

Unter nachhaltigem Tourismus oder Urlaub machen mit Nachhaltigkeitsfaktor sind alle Tourismusformen zu verstehen, die sozial gerecht, kulturell angepasst, ökologisch unbedenklich und insbesondere für diejenigen, die das ganze Jahr am Urlaubsort leben, für die Bevölkerung also, wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig sind.

Welche Konsequenzen sollen und können Verbraucher aus der Diskussion über einen nachhaltigen Tourismus ziehen und wie sollte der Urlauber gegebenenfalls umdenken? Und: wie können die beinahe schon wissenschaftlich klingenden Nachhaltigkeits-Kriterien vom einzelnen Urlauber bei der Reiseplanung berücksichtigt und umgesetzt werden? Hier ein paar Tipps für den nachhaltigen Urlaub.

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Sanfter, nachhaltiger Tourismus muss nicht Almbauernhof statt Amazonas-Reise oder Buxtehude statt Bali bedeuten. Doch alleine wegen der Umweltbelastung durch den Flugverkehr sollte man sich bei der Urlaubsplanung fragen, ob es ein ebenso attraktives Ziel nicht auch in Europa gibt und ob die Bahn für die Fahrt dorthin in Frage kommt. Denn bereits ein Langstreckenflug stößt mehr CO2 aus, als der durchschnittliche Bundesbürger das ganze Jahr durch Heizen, Stromverbrauch oder Autofahrten produziert.

Die Entfernung vom Wohn- zum Urlaubsort sollte in einem angemessenen Verhältnis zur Reisedauer stehen. Wochenendtrips nach Mallorca, Shopping-Ausflüge nach London oder 7-Tage-Karibik-Reisen versprechen zwar den spontanen Ausbruch aus dem Alltag, gehen aber zu Lasten der Umwelt und sind alles andere als nachhaltig.


Mit nachhaltigem Tourismus  die Welt neu entdecken.

Achten Sie bei der Auswahl Ihres Urlaubs auch auf den ökologischen Fußabdruck.

All-inclusive-Angebote erscheinen vielen Urlaubern praktisch und billig. Und scheinen Schnäppchen zu sein. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass sie für das Gastgeberland kaum gewinnbringend, oftmals sogar schädlich sind, und für die einheimische Bevölkerung kaum oder gar keine Einnahmen bedeutet. Mit sanftem Tourismus hat dies nichts mehr zu tun. Und, schenkt man Verbrauchermagazinen glauben, so sind die vermeintlichen All-inclusive-Offerten meist nur Nepp und der Urlauber legt drauf.

Die lokale Bevölkerung sollte in möglichst hohem Maße von ihren Gästen profitieren. Dafür sorgen Reisende, die Taxis, Geschäfte, Restaurants und ähnliches auch außerhalb des Urlaubsdomizils nutzen. Erscheint einem das Reiseland für derartige Ausflüge zu unsicher, gibt es sogar Warnungen vom Auswärtigen Amt und berichten Medien immer wieder kritisch über die (politischen) Zustände in diesem Land, dann sollte der Urlauber andere Reiseziele in Erwägung ziehen.

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Die Unterkunft sollte nicht allein nach Preis und Ausstattung beurteilt werden. Sanfter Tourismus muss zwar nicht teuer und Komfort außen vor sein, aber die folgenden Fragen sind bedeutsam, erlauben sie doch Rückschlüsse auf die Einbindung des Tourismus in die lokalen Wirtschaftskreisläufe am Ferienort: Wie groß ist die Unterkunft und wie fügt sie sich in das Landschaftsbild ein? Wer ist der Betreiber? Gibt es dort Essen aus der Region? Liegt das Haus innerhalb oder außerhalb eines Ortsverbandes? Wie groß ist der Ort? Wie ist das Verhältnis von Bettenangebot zur Einwohnerzahl? All das sind Kriterien für den nachhaltigen Tourismus.

Die Aktivitäten im Urlaub sollten sich an die Bedingungen vor Ort anpassen. Ein bewässerungsintensiver Golfplatz passt nicht zur Wüste, Motocross-Touren sind sicher nicht der richtige Weg, um sensible Regenwälder, gefährdete Moorlandschaften oder einsame Bergregionen zu erkunden und Skifahren bei frühlingshaften Temperaturen bleiben ein unter Umweltgesichtspunkten gar fragwürdiges Vergnügen, auch wenn Schneekanonen und Zement für beste Pistenverhältnisse sorgen.

Nachhaltiger Tourismus ist also keine Erfindung, um den Urlaubs-Spaß einzuschränken, sozusagen eine Gegenbewegung zum Spaßbürgertum. Der Nachhaltigkeitsgedanke steht vielmehr für die Idee, bewusster und zugleich erlebnisreicher zu verreisen. Wer sich mit diesem Denken ein wenig näher befassen möchte und nachhaltige Urlaubsziele sucht, findet bei folgenden Veranstaltern genau das Richtige. Einige Beispiele:

Familienfreundliche Urlaubsziele und Unterkünfte in Deutschland, der Schweiz und Österreich, die dem sanften Tourismus verschrieben sind finden Sie unter eco-ferien.de

Weitere Ziele in ganz Europa wie das Eselwandern, Die Bodensee-Radtour, den E-Bike-Urlaub oder dem umweltverträglichen Irland-Urlaub finden Sie unter vertraeglich-reisen.de.

Hohen Komfort und einen nachhaltigen Urlaub verspricht auch das kleinste 4-Sterne-Hotel in Tirol: Hotel Unterlechner, mit ausgezeichneter Küche (Michelin und Feinschmecker)

Übrigens, wer unbedingt fliegen möchte, kann seinen CO2-Ausstoß auch kompensieren und damit nachhaltige Projekte unterstützen. Mehr Informationen erhalten Sie im Artikel «CO2-Ausstoß reduzieren und Klima schützen»


Quelle: Die VERBRAUCHR INITIATIVE e.V., Text: Jürgen Rösemeier