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Mit sanftem Tourismus die Natur schonend entdecken.

Sanfter Tourismus: Weg von der Masse, hin zur Klasse

Sanfter Tourismus ist, im Gegensatz zum so genannten harten oder Massentourismus, eine gar nicht mehr allzu neue Art umweltfreundlich und sozialverträglich Urlaub zu machen. Eine bestmögliche Wertschöpfung inbegriffen. «Erleben und erhalten, statt verschwenden», darauf zielt sanfter Tourismus ab.

Was ist das genau, sanfter Tourismus?

Das All-inclusive-Schnäppchen ist in den Augen vieler praktisch, billig und die tollste Form des Urlaubmachens. Doch, sind wir mal ehrlich: Wieso gibt es mittlerweile sogar TV-Formate bei denen ein «Retter aus Deutschland» in ferne Länder reist, um Pauschaltouristen aus Bruchbuden zu retten, sie zum Arzt zu bringen, weil sie Verdorbenes serviert bekommen oder weil sie schlichtweg wegen Kritik an den weniger katalogwürdigen Unterkünften aufbegehren und dadurch bedroht werden?

Das Gros der Urlauber muss noch erkennen, dass sanfter Tourismus letztlich einen Mehrwert für alle Beteiligten darstellt. Dass sanfter Tourismus Spaß und viel mit Erleben, aber auch mit Erholung zu tun hat. Heute geht man übrigens mehr und mehr dazu über, den sanften Tourismus als nachhaltigen Tourismus zu bezeichnen. Doch, gleich wie er genannt wird, ob sanft oder nachhaltig: Die nachhaltige Form des Urlaubens ist einfach die bessere Alternative für alle Beteiligten und auch für Umwelt und Natur.

Der Begriff sanfter Tourismus entstand erst in der Neuzeit und erst dann, als sichtbare und teils verheerende Auswirkungen des Massentourismus auf die Artenvielfalt und das Weltklima registriert wurden.

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Pro Sanfter Tourismus: Wir haben nur eine Erde

Zwar brachte der Massentourismus bis dato auch massenhaft Geld in die Kassen der Veranstalter – und tut dies noch heute –, doch immer mehr Regionen und Reiseanbieter erkannten und erkennen die Fehler, die vor der Einführung des sanften Tourismus entstanden. Die Gefahr für die Ökologie war demnach auch eine Gefahr für die Ökonomie. Natur und Landschaft wurden mehr und mehr als existenzielle Grundlage und als touristisches Kapital angesehen, dass es zu erhalten gilt. Heute ist vielen klar, dass Natur ein wertvolles Gut ist und besonders schöne Regionen in dieser Welt durch den sanften Tourismus doch profitieren. Vielleicht auch erst gerade dadurch.

Eine Studie der Europäischen Umweltagentur EEA belegt, dass der moderne Straßenbau mehr und mehr intakte Ökosysteme zerschneidet. Dieses Phänomen wird Fragmentierung genannt. Bettenburgen und Flughäfen entstehen, die Natur weicht Skipisten und Freizeitparks. All dies belastet Umwelt und Natur, Arten sterben aus, das Klima wird bedrohlich überlastet.

Urlauber, die zuhause schön ordentlich den Müll trennen, werfen ihn im Urlaub achtlos weg. Menschen, die zuhause Wasser sparen mit sparsamen Duschköpfen, verbrauchen im Urlaub pro Tag bis zu 1.700 Liter Wasser, durch den Pool, Wellnessangebote oder täglich gewechselte Handtücher.

Sanfter Tourismus ist aktiver Tourismus.

Sanfter Tourismus mitten in der Natur lädt zum Entdecken und Aktivsein ein.

Sanfter Tourismus: Zum Glück mehr und mehr im Trend

Gletscher schmelzen aufgrund der konsumbedingten Klimaerwärmung und die Artenvielfalt geht aufgrund der Umweltverschmutzung zurück. Doch dort, wo der sanfte Tourismus sich etabliert, eröffnet sich ein ökologisches wie ökonomisches Potenzial, welches glücklicherweise mehr und mehr Urlauber erkennen und zu schätzen wissen. «Green is growth», grün ist Wachstum war das Motto der Hansestadt Hamburg, womit sie letztlich zur Umwelthauptstadt Europas 2011 wurde.

Der sanfte Tourismus im Kontrast zu Stress und Hektik im Alltag

Mehr und mehr Menschen leben in Städten. Mittlerweile finden mehr als dreiviertel der Bundesbürger ihr Heil in einer Stadt. Doch die negativen Auswirkungen dieser Lebensräume, der Stress und die Hektik des Stadtlebens lassen uns, zumindest im Urlaub, fliehen in eine heilere Welt. Dem Stress des Stadtlebens entfliehen – unzählige Werbespots haben dies zum Hauptthema gemacht und erkannt, was der Mensch wirklich will. Sanfter Tourismus hat hierdurch eine Chance gewonnen, sich bei den Menschen durchzusetzen und einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Quelle: Bund für Naturschutz

Text: Jürgen Rösemeier