1. Home
  2.  › Körper & Geist
  3.  › Gesundheit
Gefahr durch Schminke? © Benjamin Haas/hemera/Thinkstock
Krebserregender Farbstoff

Deutsche Fanschminke für Fußball-Weltmeisterschaft verboten wegen krebserregendem Farbstoff Lackrot

Insgesamt vierzehn Fanschminkstifte für die Fußball-Weltmeisterschaft dürfen nicht mehr verkauft werden. Untersuchungen ergaben, dass die Schminke in den Farben der deutschen Flagge, in vielen Fällen den verbotenen, krebserregenden Farbstoff Lackrot enthält oder andere Mängel aufweist.

Die Kosmetiklabore der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) in Karlsruhe und Freiburg haben insgesamt vierzehn Fanschminken in den Farben der deutschen Flagge auf die Einhaltung des europäischen Kosmetikrechts untersucht. Im Fokus der Untersuchung standen verbotene oder nicht deklarierte Farbstoffe und Pigmente. Aufgrund von Verstößen gegen die europäische Kosmetikverordnung dürfen nun alle vierzehn Produkte nicht mehr verkauft werden.

Anzeige

Fanschminke: Versteckte Gefahr? © VikaValter/iStock/Thinkstock

Fanschminke schwarz, rot, gold © VikaValter/iStock/Thinkstock

Gefährlicher Farbstoff in Fanschminke

Beanstandet wurden bei den Fanschminkstiften für die Fußball-Weltmeisterschaft unterschiedliche Kennzeichnungsmängel, das Fehlern der vorgeschriebenen Notifizierung im europäischen Kosmetikprotal oder der Nachweis des Farbstoffs Lackrot, der in neun von vierzehn Proben gefunden wurde. Lackrot steht im Verdacht, krebserregend zu sein und steht deshalb bereits seit über zwanzig Jahren auf der EU-Verbotsliste für riskante Stoffe in Kosmetikprodukten. Der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde erklärt: „Fußballfans erwarten zu Recht, dass Fanartikel sicher sind und die Schminke in Nationalfarben unbedenklich verwendet werden kann. Leider mussten unsere Überwachungsbehörden jetzt mehrfach Fanschminkstifte aus dem Verkehr ziehen, die zur aktuellen Weltmeisterschaft angeboten wurden.“ Bonde fordert außerdem den Handel auf auch bei Aktionsware seiner Sorgfaltspflicht nachzukommen und wirksame Eigenkontrollen durchzuführen.

Ist meine Fanschminke gefährlich?

Der verbotene Farbstoff ist in der Fanschminke nicht deklariert, deswegen können Verbraucher ihn auch nicht in bereits gekauften Produkten erkennen. Durch das geltende Bundesrecht darf das Land Baden-Württemberg auch nicht direkt die Hersteller- oder Produktnamen nennen. Ein Erkennungsmerkmal ist jedoch, dass die meisten der beanstandeten Stifte aus China stammen. Verbraucher, die nun unsicher sind, sollten sich jedoch nicht allzuviele Sorgen machen, denn es geht keine akute Gefahr von den Fanartikeln aus, da der Farbstoff im Jahr 1993 nur vorsorglich verboten wurde. Es liegen keine ausreichenden Daten vor, die beweisen, dass er krebserregend ist, gleichzeitig kann die internationale Krebsforschungsagentur (IARC), aber auch nicht ausschließend, dass er für Menschen krebserregend ist.

Quelle: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
Text: Kristina Reiß

Anzeige