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Endlich weniger Antibiotika in der Tierhaltung.
Neues Tiermedizin-Konzept

Weniger Antibiotika für Schweine, Rinder & Co.

Antibiotika in der Tierhaltung sind ein großes Problem für Mensch, Tier und Umwelt. Häufig als Wachstumspräparat missbraucht, ist auch ihr präventiver Einsatz seit 2006 verboten. Danach stieg der therapeutische Einsatz von Antibiotika stetig an – und geht jetzt erstmals wieder zurück.

Der massive Einsatz von Antibiotika in der Tiermast ist ein großes gesundheitliches und ökologisches Problem. Eigentlich sollte es nur zur Behandlung von erkrankten Tieren eingesetzt werden, leider wurde und wird Antibiotika aber immer wieder zur Wachstumsförderung oder als präventives Mittel eingesetzt. Rückstände landen in der Natur und können dort Resistenzen bei pathogenen Bakterienstämmen verursachen. Seit 2006 ist die Nutzung außerhalb von therapeutischen Gründen in der Europäischen Union verboten, wodurch seitdem ein hoher Anstieg der Antibiotikamengen, die therapeutisch eingesetzt werden, zu vermerken war. Das weckt den Verdacht, dass therapeutische Maßnahmen als Vorwand genutzt werden, um Antibiotika weiterhin missbräuchlich zu nutzen. Seit 2014 müssen daher landwirtschaftliche Betriebe, in denen Rinder, Schweine, Hühner oder Puten gemästet werden, ab einer bestimmten Bestandsgröße halbjährlich Angaben zum individuellen Einsatz von Antibiotika an eine zuständige Überwachungsbehörde melden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlichte jetzt zum vierten Mal die Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit – mit erfreulichem Ergebnis.

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Einsatz von Antibiotika in Tierhaltung verringern

Laut den aktuellen Kennzahlen des BVL kommt Antibiotika in der Tierhaltung seit Beginn der Erfassung weniger zum Einsatz. Damit scheint die Antibiotika-Minimierungsstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft endlich Früchte zu tragen. Das Konzept sieht vor, die Therapiehäufigkeiten genau zu erfassen und weiter zu senken. Hierzu soll auch die EU-Tierarzneimitelnovelle insbesondere hinsichtlich stärkerer Beschränkungen bei der Anwendung sogenannter „Reserveantibiotika“ aktualisiert werden. Dies kann nur gelingen, wenn Veterinärmediziner und Humanmediziner eng zusammenarbeiten. Der One-Health-Ansatz (Human- und Tiermedizin) ist in Deutschland ein wichtiger Schritt hierzu. Er fügt die Komponenten Menschliche und tierische Gesundheit, Umwelt, Lebensmittelsicherheit und Ernährungssicherheit sowie Landwirtschaft zu einer großen, einzigen Weltgesundheit zusammen, die längerfristig entscheidend für ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement sind.

Quellen: BVL, PAN Germany, OneHealth.org, Bild: Depositphotos/budabar,Text: ib