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Kiebitz

© Thorsten Krüger, NABU

NABU Beschwerde gegen Deutschland: Artenschutz ungenügend

Der NABU hat vor der EU-Kommission eine Beschwerde gegen Deutschland eingereicht, da das Land gegen EU-Naturschutzrichtlinien verstößt und sich nicht genug um den Artenschutz kümmert.

Der NABU hat heute eine formelle Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht: Nach Ansicht des NABU verstoßen die Bundesländer gegen EU-Naturschutzrichtlinien, da sie sich nicht ausreichend für den Erhalt geschützter Lebensräume und Vogelarten einsetzen. Auf diesem Weg gehen immer mehr artenreiche Wiesen und Weiden und damit auch die davon abhängigen Vogelarten verloren. NABU-Präsident Olaf Tschimpke erklärt: „Ein klarer Fall für eine EU-Beschwerde - notfalls muss Deutschland vor den Europäischen Gerichtshof, damit sich endlich etwas ändert.“ Gerade von Vögeln wie dem Kiebitz, der Uferschnepfe und der Bekassine hat sich in den vergangenen 25 Jahren der Bestand um 75 Prozent verringert. Das liegt unter anderem daran, dass geschützte Grünflächen untergepflügt und zum Beispiel zu Maisäckern umgewandelt wurden. Außerdem wurden geschützte Flächen gedüngt oder entwässert und so unbewohnbar gemacht. Tschimpke erläutert weiter: „Gehen Entwicklungsländer so mit dem Regenwald um, ist die Empörung groß. Wenn aber vor unserer Haustür ein massenhaftes Artensterben beim 'Tafelsilber' unserer Kulturlandschaft angerichtet wird, werden gerne alle Augen zugedrückt - von den Landratsämtern bis zur Bundesregierung.“

Quelle: NABU
Text: Kristina Reiß

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