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Die Biodiversität ist in Deutschland gefährdet © Zoonar RF/ Zoonar/ Thinkstock

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Biodiversität in Deutschland aus dem Gleichgewicht

Eine aktuelle Bestandsaufnahme zeigt, dass die Biodiversität in Deutschland vor allem im Bereich der Agrarflächen durch die Intensivierung der Landwirtschaft ernsthaft bedroht ist.

Eine der wichtigsten Grundlagen für das ökologische Gleichgewicht ist die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt. Doch immer mehr wird die Biodiversität zerstückelt und zerstört. Vor allem im Bereich der Agrarflächen ist sie ernsthaft bedroht. Bislang haben allerdings daran weder die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt noch das „Greening“ im Zuge der neuen EU-Agrarförderung etwas ändern können. Eine aktuelle Bestandsaufnahme und Analyse der Michael Otto Stiftung für Umweltschutz offenbart die neuesten Verluste an biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft am Beispiel der Pflanzen und Vögel. So haben sich nicht nur die Bestände von 20 typischen Brutvögeln kontinuierlich reduziert, sondern auch der Bestand der Blütenpflanzen in Agrarlebensräumen hat seit 1950er Jahren mehr als 99 Prozent ihres Bestandes eingebüßt.

Hauptursache für die fortschreitende Abnahme der Biodiversität ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft. Bezeichnend ist hierbei, dass gerade die Produktionsförderung für nachwachsende Rohstoffe und die hohe Nachfrage nach Grundstoffen zur Herstellung regenerativer Energieträger wie Biokraftstoffe oder Biogas den Flächenbedarf in der Agrarwirtschaft noch zusätzlich anheizen. Erste Maßnahmen für den Erhalt der Biodiversität wären die vermehrte extensive Nutzung von Dauergrünland, die Untergliederung großer Ackerflächen für mehr Strukturvielfalt, sowie eine verstärkte Förderung des ökologischen Landbaus.

Quelle: Michael Otto Stiftung / Text: Christina Jung

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