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DUH gewinnt vor Gericht gegen Plastiktütenhersteller

Die Schadensersatzklage von Plastiktütenherstellern gegen die Deutsche Umwelthilfe e.V. konnte abgewiesen werden. Es steht fest, dass Bio-Tragetaschen nicht kompostierbar sind.

Nachhaltigleben

Plastiktüten bleiben über 500 Jahre lang erhalten ©defun/istock

Das Landgericht Köln hat die Klage der Victor Güthoff & Partner GmbH und der Ruppiner Papier- und Folienwerke GmbH gegen die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) abgewiesen. Die beiden Plastiktütenhersteller hatten die DUH und ihren Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch auf 2,7 Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Grund waren zwei Pressemitteilungen des Umwelt- und Verbraucherschutzbundes vom April 2012, in denen die DUH mitteilte, dass die aus Polymilchsäure (PLA) bestehenden Bio-Tragetaschen nach einer eigenen Umfrage unter deutschen Kompostierungsanlagen nicht biologisch abbaubar wären. Die DUH hatte auf die irreführende Werbung für Tragetaschen aus PLA hingewiesen und die Verbraucher vor einer Täuschung gewarnt. Die Tüten wurden bei ALDI Nord, Süd und REWE vertrieben, die wegen Verbrauchertäuschung abgemahnt wurden.

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Schadensersatzklage gegen DUH

Die Handelskette REWE nahm in der Konsequenz die Tüten aus dem Sortiment und die Victor Güthoff & Partner GmbH forderte für den so vermeintlich entstandenen Schaden beim Hersteller eine Entschädigung von der DUH. Fest steht: Bioplastiktüten sind  nicht umweltfreundlicher als reguläre Plastiktüten. Der DUH- Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch sagt zur Sachlage: „Der dreiste Versuch des Plastiktütenherstellers Victor Group, einen Umweltschutzverband und seinen Geschäftsführer kaltzustellen und sich auch noch den vermeintlich finanziellen Schaden, der ihr aufgrund irreführender Versprechen zu Bioplastiktüten entstanden sein soll, bezahlen zu lassen, ist damit gescheitert.“ Das Urteil des Landgerichts vom 15. Januar 2014 ist noch nicht rechtskräftig.

UPDATE 27.1.2013: Die Victorgroup kündigt an gegen das Urteil weitere Rechtsmittel einzulegen (Quelle: Victorgroup).

Quelle: DUH
Text: Kristina Reiß