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Wird das Detox Programm in der Textilindustrie umgesetzt?
Gift in der Kleidung

Greenpeace Detox: Der Stand der Dinge

Die Euphorie war groß als sich namhafte internationale Modehersteller den strengen Richtlinien des 2011 von Greenpeace ins Leben gerufenen Detox-Fahrplans zur giftfreien Bekleidungsherstellung bis 2020 unterwarfen. Auf ihrer Website zieht die Umweltschutzorganisation jetzt eine Zwischenbilanz – und die ist leider ziemlich durchwachsen.

Greenpeace zieht eine Zwischenbilanz im Detox-Programm

Fünf Jahre Detox-Programm. Für Greenpeace Grund genug um die bisherigen Fortschritte von 19 Teilnehmern auf dem Weg zur giftfrei produzierten Kleidung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Basis der Untersuchung waren dabei die von den Firmen eingereichten ‚Detox 2020’-Pläne sowie deren bisherige Umsetzung, der Verzicht auf schädliche per- und polyfluorierte Chemikalien sowie die Transparenz bei der Dokumentation der Produktionsbedingungen. Auf der Website detoxcatwalk.de wurden jetzt die Ergebnisse veröffentlicht. In der Kategorie ‚Avantgarde’ sind mit Benetton, H&M sowie Inditex, der spanischen Mutterkonzern der Modekette Zara, drei Unternehmen gelistet, die „ihrem Feld voraus sind und die Industrie mit einem glaubwürdigen Zeitplan, konkreten Vorhaben und praktischer Umsetzung in eine giftfreie Zukunft führen.“

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Auf gutem Wege

‚Im Wandel’ bildet mit C&A, Fast Retailing, G-Star, Mango, Miroglio, Valentino, Adidas, Burberry, Levi’s, Primark, Puma sowie Marks & Spencer das breite Mittelfeld dem Greenpeace Fortschritte bei der Umsetzung ihrer Detox-Pläne assistiert. Gleichwohl müssen ihre Vorhaben schneller umgesetzt werden, um das Detox 2010-Ziel noch zu erreichen. Harsche Worte finden die Umweltschützer für die Labels der ‚Faux-Pas’-Kategorie zu denen neben Esprit, Limited Brands, Li-Ning auch der weltweit größte Sportartikelhersteller Nike zählt. Die Unternehmen hätten zwar ursprünglich eine Detox-Verpflichtung unterschrieben seien aber derzeit in die falsche Richtung unterwegs und unternähmen damit keine Verantwortung für die umwelt- und gesundheitsschädlichen Auswirkungen ihrer Lieferkette. Als ‚Gift-Liebhaber’ und damit außer Konkurrenz laufen Armani, Bestseller, Diesel, D&G, Gap, Hermes, LVMH, Metersbonwe, PVH, Vancl und Versace deren Produkte zwar nachweislich die Umwelt verschmutzen wie wiederholte Greenpeace-Untersuchungen seit 2013 bezeugen, die jedoch keine Anstalten machen das Problem mit einer Ernsthaftigkeit anzugehen das es verdient.

Quelle: Greenpeace, Bild: Depositphotos/NomadSoul, Text: Andreas Grüter