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Verbotenes Konservierungsmittel in Feuchttüchern gefunden
Chemie in Feuchttüchern

Gefährliche Chemie am Babypo?

Sie sind praktisch und eine Erleichterung für viele Mütter: Feuchttücher. Richtig angewendet ist der Babypo in null Komma nichts frisch, sauber und rein. Doch stimmt das wirklich? Laut Öko-Test fällt die Reinheitsbilanz der Feuchttücher gar nicht rosig aus: in vielen Produkten findet sich gefährliche Chemie, die als krebserzeugend und fortpflanzungsgefährdend eingestuft wird.

ÖKO-TEST untersuchte für die jüngst veröffentlichten Ergebnisse 43 Feuchttücher verschiedener Marken. In vielen Produkten wurde neben Wasser eine Vielzahl von Chemikalien gefunden, die die empfindliche Babyhaut erheblich beeinträchtigen kann. Die Zusätze dienen unter anderem der Haltbarmachung oder wirken dem Austrocknen oder Schimmeln entgegen. In fast der Hälfte der Produkte fanden sich beispielsweise problematische Inhaltsstoffe wie PEG/PEG-Derivate oder halogenorganische Verbindungen. Auch die Bezeichnung „sensitiv“ schützt nicht vor schädlicher Chemie, da in diesen Feuchttüchern zumeist lediglich keine Duftstoffe verwendet werden.

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Verbotenes Konservierungsmittel gefunden

In acht der getesteten Feuchttücher fand sich zudem Polyaminopropyl Biguanide (PHMB), das in der EU seit 2015 in Kosmetik verboten ist. PHMB ist als Gefahrstoff eingestuft und wird als krebserzeugend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend bewertet. Zudem wird PHMB verdächtigt, beim Einatmen giftig zu sein. Die betroffenen Hersteller haben inzwischen erklärt, dass sie in Zukunft auf PHMB verzichten werden. Um in Sachen Babyhygiene wirklich auf der sicheren Seite zu sein, sollte also in Zukunft lieber zum Waschlappen gegriffen werden. Wer dennoch nicht ganz auf Feuchttücher verzichten möchte, sollte aber in jedem Fall auf die Variante ohne Chemie und mit dem Siegel „ÖKO-TEST sehr gut“ oder „ÖKO-TEST gut“ zurückgreifen.

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Quelle: Ökotest, Bilder: depositphots/dasha11, Text: Anna-Lena Kraft