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Weltfriedenstag
Friedenspolitik

Fluchtursachen bekämpfen heißt Frieden schaffen

Am 21. September ist Weltfriedenstag. Ein guter Anlass, um über die Friedenspolitik der Vereinten Nationen zu sprechen, die unter dem Vorwand, Fluchtursachen bekämpfen zu wollen, nicht selten Militärhilfen für betroffene Länder leistet. Aber Waffen schaffen keinen Frieden.

Am 19. September hat die UN-Flüchtlingskonferenz in New York begonnen, bei der unter anderem darüber diskutiert wird, wie sich Fluchtursachen bekämpfen lassen. Die EU-Kommission bezieht sich in diesem Zusammenhang häufig auf das Nachhaltigkeitsziel 16, in dem empfohlen wird, nach mehr Frieden und Gerechtigkeit zu streben. Die internationale Hilfsorganisation World Vision hält das für zutiefst zynisch.

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Friedensdiplomatie statt Militärhilfen

Denn statt tatsächlich Frieden zu fördern, leistet die EU Militärhilfen für sogenannte Krisenländer, die mit Geldern aus dem EU-Entwicklungshilfetopf „Instrument für Stabilität und Frieden“ finanziert werden – mit der Begründung, Sicherheit sei ein wichtiges Fundament für Entwicklung. World Vision fordert eine andere Perspektive: „Im Gegensatz kann man auch sagen, Entwicklung ist ein wichtiges Fundament für Sicherheit. Ohne Waffen gäbe es keine Kriege, weniger Tote und weniger Leid.“, betont der Friedensexperte Ekkehard Forberg.

Das christliche Hilfswerk fordert stattdessen eine „vorausschauende Friedenspolitik“ mit Strategien und Maßnahmen, mit deren Hilfe man Konflikte früh erkennt, um rechtzeitig vermittelnd eingreifen zu können. Statt also die militärische Ausbildung und Ausrüstung zu finanzieren, müsse die Friedensdiplomatie zu einer dauerhaften Aufgabe für Europa werden. Dabei sollen Sicherheits- und Friedenspolitik streng voneinander getrennt werden, auch um die Mitarbeiter von Organisationen wie World Vision nicht zu gefährden. Deren Aufgabe besteht in einer langfristigen Entwicklungszusammenarbeit mit ganzheitlichem Ansatz, die sich vor allem darauf konzentriert, Kindern und Jugendlichen eine friedliche Zukunftsperspektive zu verschaffen.

Quellen: World Vision Deutschland e.V., Bild: World Vision Deutschland e.V., Text: Ronja Kieffer