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Kampagne gegen Plastikmüll
#wildbottlesighting

Kreative Kampagne gegen Plastikmüll

Wie gefährlich Plastik im Meer und in der Natur ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Eine britische Meeresorganisation geht das Problem kreativ an: Ihre Kampagne gegen Plastikmüll setzt auf die Reichweite der sozialen Medien.

Plastikflaschen überfluten die Strände und Grünflächen Großbritanniens genauso wie in vielen anderen Gegenden der Welt. Dass wir ein massives Plastikproblem haben, ist bekannt; dessen wahren Ausmaße und katastrophalen Folgen sind Vielen aber nicht vollständig bewusst. In Großbritannien gibt es beispielsweise immer noch kein Pfandsystem für Plastikflaschen. Die britische Meeresorganisation Marine Conservation Society (MCS) fordert die Einführung eines solchen und geht mit einer kreativen Kampagne gegen Plastikmüll und dessen schwerwiegende Folgen vor, die den Bürgern und der Politik die Augen öffnen soll.

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Organisation will Plastik reduzieren durch Pfandsystem

Das Prinzip ist einfach. Jeder, der eine Plastikflasche in der Natur sichtet, soll ein Foto machen und seinen Fund in den sozialen Medien oder direkt auf der Homepage von MCS melden. Ganz wichtig ist es, dabei den Hashtag zu benutzen, den sich die Initiatoren für ihre Kampagne ausgedacht haben und der auf ironische Weise auf das Problem aufmerksam macht: #wildbottlesighting (auf Deutsch übersetzt könnte er etwa #wildeFlaschegesichtet lauten). Jede Sichtung einer „wilden Flasche“ wird auf einer Karte eingetragen, sodass sich schnell zeigt, wo besonders viele Plastikflaschen in der Natur statt im Mülleimer landen. Schon jetzt wird deutlich, dass generell Küstengebiete, vor allem aber die im Norden, sowie die Hauptstadt London betroffen sind.  

Auf diese Art wollen die Initiatoren der Kampagne zeigen, wie drängend das Problem tatsächlich ist und dass dringend ein Pfandsystem eingeführt werden muss, um die Flut an Plastikmüll einzudämmen. Als positives Beispiel nennt die Organisation unter anderem das deutsche Pfandsystem für Plastikflaschen und Dosen. Doch auch das hat Lücken; immer häufiger dürfen Hersteller Flaschen ohne Pfandsymbol herstellen. Eine Kampagne wie die in Großbritannien wäre deshalb auch hierzulande sinnvoll, vor allem, wenn nicht nur Flaschen, sondern auch anderer #wilderPlastikmüll gemeldet würde.

Quellen: Marine Conservation Society (MCS), Bild: Depositphotos/MaciejBledowski, Text: Ronja Kieffer