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Karbonisierung: CO2-neutrale Bio-Kohle aus Grünabfällen

Kraft aus Biomasse 2.0! Während der systematische Anbau von Mais, Getreide und Kartoffeln zur rein energetischen Nutzung mit Blick auf die weltweiten Hungerkatastrophen zu Recht am Pranger steht, könnte ein neues Verfahren jetzt für grüne Pflanzenenergie ohne Reue sorgen. Das Zauberwort lautet Karbonisierung.

Kohle: Das Beste für Gemüse und Fleisch zur Grillzeit. CO2-neutral für doppelten Genuss ©iStockphoto

Kohle: Das Beste für Gemüse und Fleisch zur Grillzeit. CO2-neutral für doppelten Genuss ©iStockphoto





Quelle: Spiegel Online
Text: Andreas Grüter

Abfallverwertung statt Lebensmittelverstromung. Wurden organische Reststoffe aufgrund ihres hohen Feuchtigkeitsanteils bei der Bio-Energiegewinnung bislang kaum berücksichtigt, bietet die vom brandenburgischen Unternehmen Suncoal entwickelte Karbonisierungstechnik jetzt die Möglichkeit Gras, Laub oder Rasenschnitt innerhalb von nur drei Stunden in Kohle zu verwandeln.  Weiterer Vorteil der Biokohle, die nach Auskunft von Suncoal über fast identische Eigenschaften wie Braunkohle verfügt, ist ihre CO2-Neutralität.

Bei der Nutzung wird nur soviel CO2 frei, wie die ursprünglichen Pflanzen gespeichert hatten. Zwar ist das Verfahren derzeit noch kostspielig und die Biokohle im Vergleich zu ihren regulären Counterparts noch nicht konkurrenzfähig doch Experten bescheinigen den braunen Pillen ein hohes Potential und rechnen schon in den kommenden Jahren mit einem sinkenden Preisniveau für Karbonisierungsanlagen. Laut einer Hochrechnung des staatlichen Johann-Heinrich-von-Thünen Instituts könnten allein in Deutschland Kraftwerksbetreiber mit dem Brennstoff Strom für mehr als 2,5 Millionen Haushalte erzeugen.

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