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Chemieunfall in Kraft-Werk und was Lebensmittel mit Chemie zu tun haben

© Thinsktockphotos

Chemieunfall mit Ketchup und Beigeschmack

Alle waren entsetzt, besonders die Anwohner vor Ort. Giftige Gase sind am Montagnachmittag in einem Werk des Lebensmittelriesen Kraft Foods ausgetreten und ein großer Tank drohte zu bersten. Der Grund: Tausende von Litern Natronlauge und Salpetersäure wurden zusammengeschüttet. Die Gefahr scheint abgewendet, doch ein Beigeschmack bleibt und 24.000 Liter hochgiftiger Sondermüll. Warum eigentlich?

Lebensmittel sind natürlichen Ursprungs. Doch leider werden immer mehr Produkte mittels Zusatzstoffe derart verfremdet, dass sie mit den Ausgangsstoffen kaum etwas zu tun haben. Sie sollen lange haltbar sein, einen Geschmack und die richtige Farbe erhalten, beides oftmals nur von naturidentischen Zusatzstoffen, sprich rein künstlich. Nicht wenige Zusatzstoffe in Lebensmitteln, beispielsweise jene mit den sogenannten E-Nummern gekennzeichnet, sind teilweise mittels Gentechnik hergestellt.

Und nun das. Am Montagnachmittag kam es zu einem Zwischenfall, bei dem tausende von Litern Natronlauge und Salpetersäure zusammengeleert wurden und sich dadurch derart erhitzten, dass der große Edelstahltank ohne Kühlung durch Feuerwehren der Umgebung hätte bersten können.

Man fragt sich jetzt nur: Was machen diese Chemikalien in einem lebensmittelverarbeitenden Unternehmen? Die Erklärung ist so einfach wie erstaunlich: Die Anlagen des Unternehmens werden damit gereinigt. Irgendwie bleibt da ein bitterer Beigeschmack, wenn man hört, dass diese Chemikalien in mittelbarer Verbindung mit der Frischkäseproduktion und jener von Tomatenketchup zusammenhängen… Irgendwie passt das nicht in den Gedanken von Genuss des leckerleichten Aufstrichs auf Wolke sieben. Ein Bild, welches die Werbung noch vor ein paar Jahren für diesen Frischkäse beim Verbraucher generierte.

Text: JRB

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