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Strikte Regeln gegen Mineralöle
Verbraucherschutz

Discounter verbieten Mineralöle

Es ist noch gar nicht lange her, dass in beliebten Schokoriegeln krebserregende Stoffe gefunden wurden. Jetzt reagieren zumindest Teile der Branche: Einige Discounter verbieten Mineralöl in Lebensmitteln und machen strikte Vorgaben für ihre Eigenmarken. 

Der Fund von gefährlichen aromatischen Mineralölen (MOAH) in Kinderschokolade und anderen Produkten durch die Verbraucherschutzorganisation foodwatch hat bei deutschen Verbrauchern für Empörung gesorgt. Laut der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) sind die Stoffe krebserregend und schädigen das menschliche Erbgut. In Lebensmitteln haben sie also definitiv nichts zu suchen.

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Keine Mineralöle bei Eigenmarken

Das sehen offenbar auch die Verantwortlichen der Schwarz-Gruppe so. Zu dem größten europäischen Handelskonzern gehören die Discounter-Ketten Lidl und Kaufland, die ab sofort strenge Vorgaben in Bezug auf Mineralölverunreinigungen machen und ihre Lieferanten in die Pflicht nehmen. Sämtliche Produkte ihrer Eigenmarken müssen zukünftig vollständig frei von aromatischen Mineralölen sein.

Damit folgen die Händler dem Beispiel des Konkurrenten Aldi Süd, der bereits im Februar verkündet hatte, bei seinen Eigenmarken keine Verunreinigungen durch Mineralöle mehr zu dulden und damit den Unmut des führenden Lobbyverbands der deutschen Lebensmittelindustrie (BLL) auf sich gezogen hatte. Dessen Kritik, die Anforderungen seien technisch nicht umsetzbar, hat sich allerdings als nicht haltbar erwiesen und scheint auch die Schwarz-Gruppe wenig zu beeindrucken.

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Die Verbraucherschützer von foodwatch bewerten die neuesten Entwicklungen positiv. Sie fordern eine Null-Toleranz für MOAH in Lebensmitteln und gesetzliche Regelungen, die Lebensmittel vor dem Übergang von Mineralölen aus Altpapierverpackungen schützen. Unterstützen Sie die Forderungen von foodwatch durch Ihre Teilnahme an der E-Mail-Aktion „Gefährliches Mineralöl raus aus Lebensmitteln!“.

Quellen: foodwatch e.V., Bild: foodwatch e.V., Text:  Ronja Kieffer