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Eine neue Studie ergab, dass in Deutschland 210 kg Müll pro Kopf und Jahr anfällt, ein Wert, der Deutschland zum Müll-Europameister macht.
Müllproblem in Deutschland

Deutschland ist Europameister in Sachen Müll

Das Ressourcensparen fällt offensichtlich schwer: beim Blick in deutsche Supermarktregale finden sich nach wie vor Unmengen verpackter Lebensmittel und Getränke in Einwegplastikflaschen. Eine neue Studie ergab, dass in Deutschland 210 kg Müll pro Kopf und Jahr anfällt, ein Wert, der Deutschland zum Müll-Europameister macht. 

In den Nachbarstaaten fällt die Müllbilanz keineswegs gering aus, so produzierte jeder Franzose im vergangenen Jahr 185 kg Müll, in Österreich waren es 150 kg und in Schweden 109 kg. Dass der deutsche Verbrauch im Vergleich zum europäischen Ausland jedoch derart hoch ist, zeigt, dass in der deutschen Umweltpolitik auf diesem Gebiet etwas schiefgelaufen ist und dringender Handlungsbedarf besteht.

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Verbände starten Petition gegen Ressourcenverschwendung

Die Schuld für das hohe Müllaufkommen in Deutschland ist nicht nur beim Gesetzgeber zu suchen. Große Supermarktketten bieten häufig nur verpackte Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, sowie Getränke in Einwegplastikflaschen an, sodass es den Verbrauchern nicht möglich ist ressourcensparend und umweltbewusst zu konsumieren. Um diesem Problem langfristig Herr zu werden und den Status Deutschlands als Europameister in Sachen Müll endlich zu beenden, starteten die deutsche Umwelthilfe und die Organisation SumOfUs im Februar dieses Jahres eine Petition, die Druck auf große Supermarktketten ausüben soll, den Einsatz von Verpackung deutlich zu reduzieren. Zudem fordert die deutsche Umwelthilfe von Bundesumweltministerin Hendricks gegensteuernde Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Ressourcenabgabe, die den hohen Materialeinsatz für Verpackungshersteller unattraktiv macht. Maßnahmen wie diese würden auch der Erklärung Angela Merkels beim G7-Gipfel nachkommen, wonach der Verbrauch von Ressourcen deutlich verringert werden muss.

Bild: gcpics, Text: Anna-Lena Kraft