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Adidas setzt sich für Arbeiter-Hilfsfonds ein

Der jüngst wegen ausstehender Abfindungszahlungen für indonesische Arbeiter immer stärker in die Kritik geratene Sportartikel-Hersteller Adidas, hat die Branche jetzt dazu aufgerufen, Arbeiter deren Betriebe plötzlich schließen und die ausstehende Löhne nicht mehr ausgezahlt bekommen mit einem Hilfsfond zu unterstützen.

50.000 gesammelte Unterschriften, konzentrierte Aktionen zahlreicher NGOs und ein geplatzter Sponsorenvertrag mit der US-amerikanischen Cornell-Universität – die Proteste zugunsten der Arbeiter des Adidas Zulieferers PT Kizone, die seit zwei Jahren auf die ihnen gesetzlich zustehenden Abfindungen warten, hat dem Sportartikelkonzern nicht nur ein massives Imageproblem beschert, sondern die Diskussion um fehlende Verantwortung  von Unternehmen für ihre Produzenten in Billiglohnländern ein weiteres mal angefacht. Jetzt haben die Herzogenauracher einen Branchen-Hilfsfond für Arbeiter, die von Werksschließungen und nicht bezahlten Löhnen betroffen sind, angeregt.

Ein Vorschlag, der sich in der Theorie zunächst gut anhört, in der Praxis jedoch kurz- und mittelfristig schwer umzusetzen sein dürfte. Schließlich sitzt Adidas längst nicht allein im Boot der Fernost-Turnschuhmacher sondern muss auch die Konkurrenz für seinen Plan gewinnen. Für Ende Oktober ist deshalb ein Treffen mit weiteren Mitgliedern der Fair Labor Association wie Nike und Puma geplant, auf dem Details besprochen werden sollen.Derzeit lässt Adidas seine Waren bei über 1.200 Produzenten in 63 Ländern fertigen und beschäftigt rund eine Million Menschen in diesen Betrieben.

Quelle: Fashion United Text: Andreas Grüter

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