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Nahrungsmittelspekulation: Allianz bleibt stumm

Allianz treibt weiter ihr Spiel, obwohl maßlose Spekulationen mit Agrarrohstoffen in Armut lebende Menschen massiv gefährden.  

Seit langer Zeit steht die Allianz-Gruppe am Pranger in Nahrungsmittelspekulationen involviert zu sein. Derzeit verwaltet sie in ihren Fonds 4,7 Milliarden an Agrarrohstoffderivaten, mehr als jedes andere deutsche Finanzinstitut. Dies ist ein gefährliches Geschäft, da starke Preisschwankungen und unvorhersehbare Preissprünge bei Nahrungsmitteln das Leben und die Gesundheit von Menschen maßgeblich gefährden können. Zahlreiche Hinweise weisen daraufhin, dass Rohstofffonds und andere spekulative Finanzprodukte zum Auf und Ab der Lebensmittelpreise beigetragen haben. Stürzen die Preise zum Zeitpunkt der Ernte ab, hat dies für die in Armut lebenden Menschen schwerwiegende Konsequenzen. Da sie bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Essen aufwenden müssen, droht ihnen dadurch der Verlust der wirtschaftlichen Existenzgrundlagen.

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"Konzern sitzt das Problem einfach aus"

„Es ist unverantwortlich, dass die Allianz-Gruppe weiterhin Rohstofffonds anbietet, mit denen Anleger auf die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln spekulieren können. Bislang sitzt der Vorstand des Konzerns das Problem einfach aus. […] Stattdessen spekuliert der Konzern weiter und handelt damit ebenso unverantwortlich wie die Deutsche Bank. Dabei zeigen viele Untersuchungen: Die Geschäfte mit Rohstofffonds erhöhen das Risiko, dass Nahrungsmittelpreise stark schwanken und in der Folge das Hungerrisiko armer Menschen steigt. Banken wie die BayernLB oder die Commerzbank sind aus diesem Geschäft ausgestiegen“, so David Hachfeld, Experte für Wirtschaft und Globalisierung bei Oxfam Deutschland.

Quelle: Oxfam / Text: Christina Jung