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Eine Toilette, die kein Wasser benötigt, sondern im Gegenzug welches produziert und aus Fäkalien Strom macht
Innovative Toilette

Öko-Toilette für wasserarme Gebiete

Eine Toilette, die kein Wasser benötigt, sondern im Gegenzug welches produziert und aus Fäkalien Strom macht – die perfekte Lösung für wasserarme Gebiete, die zu schön klingt, um wahr zu sein. Britische Forscher haben sie jetzt jedoch entwickelt. So funktioniert sie.

Wir Menschen müssen wie andere Lebewesen Nahrung zu uns nehmen und scheiden Reste aus. Weltweit haben jedoch 2,3 Milliarden Menschen – also gut jeder dritte Mensch – keinen Zugang zu einer hygienischen Toilette. Vor allem in ärmeren Gegenden, in denen Strom und Wasser knapp sind, sind saubere Toiletten nur selten zu finden.

Forscher der britischen Cranfield University haben eine „grüne“ und besonders günstige sowie einfach zu bedienende Toilette entwickelt, die die Lebensbedingungen von Menschen in ärmeren Gegenden der Welt nachhaltig verbessern könnte. Während sich Solarzellen in der Vergangenheit häufig als zu teuer erwiesen haben, um eine realistische Lösung darstellen zu können, setzen die Briten auf eine ganz andere Technologie.

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So funktioniert‘s

Die „Nano Membrane Toilet“ sieht aus wie eine ganz normale Toilette; erst wenn der Deckel wieder herunter geklappt wird, passiert etwas, das das „stille Örtchen“ von anderen unterscheidet. Mithilfe eines Rotationsmechanismus, durch den keine unangenehmen Gerüche entweichen können, werden die Ausscheidungen in eine Sedimentationskammer gekehrt. Dann werden die Ausscheidungen durch eine spezielle Membran gefiltert, die Wassermoleküle vom Rest trennt und so verhindert, dass Krankheitserreger im Wasser bleiben. Das gefilterte Wasser ist so sauber, dass es bedenkenlos zum Spülen und zur Bewässerung von Feldern benutzt werden kann.

Die festen Bestandteile werden in eine zweite Kammer geleitet. An diesem Punkt wird noch gearbeitet, der jetzige Plan sieht jedoch das Verbrennen der Bestandteile vor. Die dadurch entstehende Energie würde ausreichen, um die Toilette zu betreiben und nebenbei auch noch Handys oder andere elektrische Geräte zu laden. Übrig bleiben würde nur Asche, die reich an Nährstoffen und frei von Krankheitserregern wäre und deswegen zum Düngen genutzt werden könnte.

Praxistest

Die Toilette, die teilweise von der Bill & Melinda Gates Stiftung finanziert wurde, hat 2015 den CleanEquity Monaco Preis gewonnen. In diesem Jahr soll sie zum ersten Mal in der Praxis getestet werden. In Zukunft soll eine Toilette Haushalte von bis zu 10 Personen versorgen können. Vorgesehen ist, dass die Toilette für unter 5 US-Cent pro Person und Tag verliehen wird. Wenn sie sich bewährt, könnte sie auch beim Militär, auf Schiffen oder dem Bau und bei Outdoor-Events Verwendung finden.

Quelle: Cranfield University; Bilder: thinkstock- Nobilior ; Autor: kle