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Meereserwärmung
IPCC Bericht 2019

Erschreckender Bericht zum Zustand der Meere vom IPCC

Im September stellte der Weltklimarat IPCC seinen Bericht zum Zustand der Ozeane und eisbedeckten Flächen vor. Die Ergebnisse fordern ein dringendes Handeln der Weltgemeinschaft. Denn die Weltmeere verlieren mit einer beängstigenden Geschwindigkeit ihre Funktionen für den Klimaschutz und unsere Grundversorgung. 

Der vorgelegte IPCC-Bericht spiegelt die ganze Dramatik der Klimakrise wieder. Es ist bereits der dritte Bericht in diesem Jahr den katastrophalen Zustand unseres Planeten, seiner Lebensräume und Arten in Zahlen fast. Die Geschwindigkeit der Meereserwärmung hat sich seit 1993 verdoppelt, die polaren Eisschilde schmelzen damit einhergehend immer schneller. Bei einer Meereserwärmung von 3° C kann der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 bis zu einem Meter ansteigen. Die Folge sind zunehmende Überflutungen und Extremwetterereignisse, Strömungssysteme und wichtige nährstoffreiche Auftriebsgebiete werden destabilisiert. Im 20. Jahrhundert sind die Bestände von Seegras und Mangroven bereits um 50% geschrumpft und die Fischbestände brechen zusammen.

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Alle Warmwasserkorallen drohen zu verschwinden und die sauerstofffreien Todeszonen am Meeresgrund werden größer. Damit verlieren die Ozeane nicht nur ihre zentrale Funktion als Kohlenstoffsenke, sondern auch als Sauerstofflieferanten. „Jeder zweite Atemzug kommt aus dem Meer“, so Kim Detloff, NABU-Leiter Meeresschutz, „aber die Pufferfunktion der Ozeane ist aufgebraucht. Wir müssen sie besser schützen.“ Die Situation ist bedrohlich. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) fordert daher ein entschiedenes Handeln nicht nur von Seiten der Politik, sondern von der gesamten Weltgemeinschaft. Dazu gehört auch, dass Klimaschutz und Naturschutz ineinandergreifen. „Gut gemanagte Schutzgebiete oder die Wiederherstellung von Seegraswiesen oder Mangroven gehören zu den effektivsten Klimaschutzmaßnahmen, die uns zur Verfügung stehen“, betont Detloff. Der NABU fordert daher weiter, viel stärker als bisher auf natürliche Kohlenstoffsenke wie Meere, Wälder oder Moore zu setzen, parallel zum Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter, um die Pariser Klimaziele zu erfüllen.

Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Bild: Unsplash/William Bossen, Text: Tine Esser