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Schwere Gesundheitsschäden durch Pestizidbelastung
Pestizid-Urteil

Urteil gegen EU-Kommission

Klares Urteil: Die EU-Komission hat gegen ihre Pflichten verstoßen und die Gesundheit von Menschen, Tieren und der Umwelt aufs Spiel gesetzt. Sie hat die Festlegung von wissenschaftlichen Kriterien für gefährliche hormonelle Substanzen bewusst verzögert – aus ökonomischen Interessen. 

In einer beispiellosen Aktion hatte Schweden die Kommission für dieses Verhalten aus dem Jahr 2013 verklagt, unterstützt wurde es dabei vom EU-Ministerrat, dem EU-Parlament und den Regierungen von Dänemark, Frankreich und den Niederlanden. Mitte November hatte die erste Anhörung vor dem Europäischen Gerichtshof stattgefunden, das knapp einen Monat später den Rechtsverstoß der EU-Kommission bestätigte.

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Schwere Gesundheitsschäden durch Pestizidbelastung

Hintergrund der Klage ist eine Angelegenheit aus dem Jahr 2013. Es geht um sogenannte endokrin wirksame Substanzen. Das sind gefährliche hormonelle Stoffe, die häufig in Pestiziden enthalten sind und so zahlreiche Alltagsgegenstände und Nahrungsmittel belasten, mit denen wir täglich in Kontakt kommen. Das kann dramatische Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, besonders Kinder sind gefährdet. Diabetes und Fettleibigkeit gehören ebenso zu den möglichen Folgen wie Brust- und Prostatakrebs, Unfruchtbarkeit und Lernschwäche.

Um die Gesundheitsgefahren einzuschränken und die gefährlichen Substanzen zu regulieren, hätte die EU-Kommission bis zum 13. Dezember 2013 wissenschaftliche Kriterien vorlegen sollen. Aus Angst vor wirtschaftlichen Verlusten und auf massiven Druck der Industrielobby ließ die Kommission die Frist verstreichen und nahm damit schwere gesundheitliche Schäden für viele Menschen in Kauf. Zwei Jahre später erhielt sie dafür die Quittung vom Europäischen Gerichtshof – sehr zur Freude von Organisationen wie WECF oder dem Pestizid Aktions-Netzwerk Germany (PAN), die das Urteil als wichtigen Schritt betrachten, damit die gefährlichen endokrinen Substanzen in Zukunft tatsächlich konsequent reguliert werden.

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Quelle: WECF; PAN Germany, Bild: Depositphotos/ kiankhoon, Text:  Ronja Kieffer